Stadtgeschichte - Thal

Ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Ortes ist die bereits 1137 erwähnte Burg Scharfenberg.
Die heutige Burgruine war im Laufe der Jahrhunderte ständiges Streit-, Tausch- und Heiratsobjekt. Nachdem die Burg im sogenannten Sächs. Bruderkrieg zerstört wurde, errichteten die letzten Besitzer - die Herren von Ütterodt - im 15./ 16. Jhdt. zwei große Höfe im Ort - Unterhof und Oberhof. Der Unterhof - Patrimonialgericht der Herrschaft Scharfenberg, dann Herzogl. Amtsgericht, später Rathaus von Thal -beinhaltet heute das Standesamt Ruhla. Der Bergfried der Burganlage Scharfenberg wurde 1993/94 umfassend saniert und 1994 mit einem großen Burgfest eingeweiht. Seitdem wird die Anlage vom Heimatverein Thal e.V. betreut; und hier findet auch alljährlich im Juli das bekannte "Scharfenburgfest" statt.

Im Oberhof (auch "Forsthaus" genannt) sind heute die Heimatstube und öff. Bibliothek des HV Thal e.V. untergebracht. Das ehemalige Wilhelmiten-Kloster Weißenborn (1253 gegründet), dessen Klosterkirche (1307 vollendet) noch heute als ev.-luth. Kirche von Thal genutzt wird, ist eines der wenigen Klöster des Wilhelmiten-Ordens in Deutschland.


Vorher eher unbedeutend, entwickelte sich Thal ab 1865 zu einem bekannten und beliebten Erholungsort mit Bad und Kurhaus. 1872 wird die Bildung eines "Fremdenkommitees" beschlossen um die schon bestehenden Promenadenwege weiter auszubauen und mit Bänken zu versehen. Scharfenbergpromenade, Rögispromenade, Schossbergpromenade, Philosophenweg waren Waldwege mit schönen Ausblicken und sind heute Bestandteile des Rundwanderweges "Rund um Ruhla" auf dem man das Stoll-Denkmal, das Tempelchen und das Thaler Glockenhäuschen bequem erreichen kann.
Der um diese Zeit (1860 - 1900) einsetzende Kur- und Fremdenbetrieb machte den Ort Thal weit über seine Grenzen bekannt. In diese Zeit fällt auch die Bauzeit zahlreicher Villen, die zunächst als Sommerfrischen und dann als Altersruhesitze genutzt wurden.

Die 1879/80 gebaute Privatbahn der Bachstein AG von Wutha nach Ruhla , mit eigener Bahnstation in Thal sowie die Tropfsteinhöhle in unmittelbarer Nähe, hatten für die Entwicklung des Kur- und Fremdenbetriebes von Thal eine große Bedeutung.


Aus einem Teich entstand 1928/29 ein großzügig angelegtes Freibad.

Nach umfangreichen Straßenausbau- und Sanierungsmaßnahmen präsentiert sich heute Thal mit einem gepflegten Ortsbild.Hier kann man außer dem Freibad, eine moderne Kneipp-Anlage, Sportplatz, Tennisplätze und das Tenniscenter Erbstromtal /Thal an der B88 besuchen.

Weitere Fotos

Quelle: Dr. Klaus-Dieter Hoppert, Ruhla