Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Di 02.08.2005 12:06

Ruhla wettert - eine Stadt im Spiegel der Details

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Ruhla wettert - und wieder einmal sehr heftig. Mittelpunkt der Diskussionen ist die Fällung des Bergahorns auf dem Friedensplatz, der am 03. Oktober 1990 in Gedenken an den friedlichen Umsturz in der DDR im Jahr 1989 gepflanzt worden ist. Ich selbst habe in der letzten Woche mit Bedauern die Nachricht von der Fällung dieses Baumes gehört, denn sie erfolgte nicht auf Anweisung der Stadtverwaltung.

Bei der gesamten Straßenplanung war vorgesehen, diesen symbolträchtigen Baum zu erhalten und in die Neugestaltung unserer Straße einzubeziehen. Schon im März 2004 wurde in Vorbereitung des Straßenbaus hinsichtlich der Bepflanzung des Friedensplatzes Kontakt zum Straßenbauamt gesucht. Auch von diesem wurde gefordert, den Baum zu erhalten, ihn jedoch eventuell umzusetzen. Erst mit dem laufenden Baufortschritt sollte jedoch eine Entscheidung getroffen werden, um die genauen Bedingungen vor Ort zu berücksichtigen. Da die Straße in dieser Kurve erweitert und eine Stützmauer gesetzt werden soll, wurde am 25. 07. 2005 in einer Baubesprechung seitens der bauausführenden Firma STRABAG darauf hingewiesen, dass sich der Baum im Baufeld befindet und gefällt werden müsse. Daraufhin hat die Stadt Einspruch eingelegt und um Prüfung des Sachverhalts gebeten. So wurde im Bauprotokoll nochmals festgelegt, dass der Baum erhalten werden soll. Für den Fall, dass eine Fällung unumgänglich sei, sollte jedoch erst die Zustimmung der Stadt eingeholt werden. Leider wurde diese Absprache nicht eingehalten. Durch einen Anruf der Firma STRABAG wurde der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass der Baum gefällt worden und der Stein mit Gedenktafel sichergestellt sei.
Es handelt sich also hier weder um eine Zustimmung, noch um einen Auftrag der Stadtverwaltung.
Verständlicherweise löst dieses Vorkommen Trauer und auch Unverständnis aus, ist doch ein unwiederbringliches Zeitzeugnis zerstört worden, ein Symbol eines wichtigen Zeitabschnittes unserer Stadtgeschichte.
Obwohl man diesen Baum selbst nicht ersetzen kann, ist es für mich selbstverständlich, das durch die Pflanzung eines neuen Baumes die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten in würdiger Erinnerung bleibt.

Baugeschehen in Ruhla
Von den weiteren Baustellen ist folgendes zu berichten:
Baumaßnahme Liesenstraße: Nach Fertigstellung der Straße werden nun noch die seitlichen Rinnenbereiche höhergesetzt. Je nach örtlichen Gegebenheiten erfolgt die Ausführung der Rinne durch Pflaster oder durch Bitumen. Eine Fertigstellung ist bis zum 12.08.2005 vorgesehen.
In der vergangenen Woche wurde durch die OHRA Hörselgas Gasaustritt im Bereich der Hauptleitung der Forststraße 19/21 festgestellt.
Aus diesem Grunde war es nicht zu verhindern, die neue Straßendecke zu öffnen, um die Havarie zu beseitigen.

Baumaßnahme Trinitatiskirche: An der Trinitatiskirche gehen die Sanierungsarbeiten am Vorbau weiter. Ebenso wird der Zugang zur Kirchenuhr in Kürze hergestellt, so dass dann auch die Reparatur der Uhr beauftragt werden kann.

Karolinenstraße: Die Verkehrsfreigabe der Karolinenstraße ist für den 8. August 2005 vorgesehen. Nachdem die Straßendecke hergestellt wurde, sind jetzt noch Restarbeiten an den Gehwegen auszuführen.

Kulturleben in Ruhla

Freude verbreiten die vielen Feste, die in Ruhla mit großem Engagement und mit viel Liebe organisiert werden.
Als erstes ist nochmals die Rühler Kirmes zu nennen, die die Erwartungen der Organisatoren weit übertraf. Es soll an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich dem neuen Kirmesverein gedankt werden, der mit gutem Konzept und intensiver Vorbereitung eine tolle Stimmung verbreitete und eine gelungene Veranstaltung organisierte. Das Fest zeigte vor allem, wie viel Freude und Spaß in der Jugend steckt und wie toll Jung und Alt zusammen feiern können. Allen Beteiligten nochmals meine Anerkennung!
Besonders erwähnenswert ist auch die gelebte deutsch - französische Freundschaft zu unserer Partnerstadt Escaudain, die während der Kirmes mit einer Hochzeit französischer Freunde in der Ruhlaer Concordiakirche gekrönt wurde. Trotz konfessioneller Unterschiede wurde diese Hochzeit durch Pfarrer Reuther und Abbe` Bernard durchgeführt und vom Partnerschaftsverein, von Alt Ruhla, vom Kirmesverein und vielen Ruhlaern herzlich begleitet. Viele gute Erinnerungen mögen diese glückliche Paar auf seinem Lebensweg begleiten.

Ein weiterer Höhepunkt war das Eisenbahnerfest, welches durch Familie Krettek organisiert wurde. Herzlichen Dank für dieses gelungene Wochenende, das ganz im Zeichen der Rühler Bimmel stand.
Gleichzeitig wurde der neugestaltete Karolinenpark eröffnet. Nach langer Bauzeit ist nun das ehemalige ERU-Gelände ein schön gestalteter Park mit offenem Wasserlauf des Erbstromes. Ein alter Industriestandort ist somit zu einer Oase der Erholung geworden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Stadtgeschehen ist ein buntes Mosaik aus allen Aktivitäten seiner Einwohner. Sicher gibt es auch immer wieder verschiedene Meinungen zu diesem oder jenem. Jeder Mensch würde irgendwelche Details anders machen. Missverständnisse führen manchmal zu Enttäuschungen oder Umwegen. Aber im Endeffekt zählt das Ergebnis und ein gemeinsamer Weg in einer solchen städtischen Gemeinschaft. In den letzten Wochen konnten wir viele positive Ereignisse miterleben. Nicht nur der Abschluß verschiedener Baumaßnahmen und die damit verbundene neue Qualität öffentlicher Plätze, Straßen, Trink- und Abwassersysteme, sondern auch die Freude bei den Stadtfesten zeigt, dass es in Ruhla vorangeht und wir auf dem richtigen Weg sind.

Eine gute Woche wünscht Ihnen Ihr Bürgermeister

Gerald Pietsch