Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Do 06.03.2008 15:07

Ruhla im Takt der Zeit

Mensch und Natur

Umweltschutz und Rekultivierung sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Nur intakte naturnahe Ökosysteme sorgen für eine stabile Umwelt und somit eine nachhaltig gestaltbare Zukunft für die Menschheit.
Unter Rekultivierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen, wie z.B. auf alten Industriebrachen. Wichtig ist dabei z.B. die Entsiegelung des Bodens, also die Rückgängigmachung der Flächenversiegelung. Ohne diese konsequenten Maßnahmen können ökologische und ökonomische Folgeschäden auftreten, die sich mitunter erst nach Jahren bemerkbar machen.

Gerade in Ruhla haben wir mit den alten und vielfältigen Industriebrachen ein schwieriges Erbe angetreten. Wir sind in der Pflicht, alles dafür zu tun, hier wieder Flächen herzustellen, auf denen sich Menschen und Natur entwickeln können. In der Stadtplanung wurden diese Aspekte stets berücksichtigt und z.T. bereits umgesetzt. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der Karolinenpark. Hier wurde mit der Offenlegung des Erbstromes und der Anlage einer Parkfläche ein ökologisch wertvoller Naturraum mitten in der Stadt geschaffen. Auch der Wasserspielplatz "Harmonie" ist ein Beispiel für die Rekultivierung und Nutzbarmachung einer alten Brachfläche.

Als nächste Aufgabe steht die Gestaltung der ehemaligen Uhrenwerke Ruhla an. Zunächst erfolgt der Abriß zweier Gebäude, danach die Aufwertung der Brachflächen einerseits als Gewerbestandort, andererseits aber als naturnahe Grünfläche.

Rückbau der ehemaligen UWR - Gebäude 3 und 5

Seit Montag, dem 03.03.2008, richtet die Firma VAR-Service GmbH aus Friedrichroda die Baustelle ein. Die Entkernung der beiden Gebäude wird voraussichtlich bis Ostern dauern, danach beginnt der geordnete Rückbau der Häuser zwischen GARDÈ und "Präzisionswerkzeuge Ruhla". Aufgrund der engen Nachbarbebauung und fehlender Sicherheitsabstände ist ein kombinierter Maschinen-Hand-Abbruch geplant. Ab Mitte März erfolgt deshalb die Umfahrung des Abrissgeländes auf der gebauten Umleitungsstrecke einseitig und mit Ampelverkehr, damit das Gefahrenpotential reduziert wird. Aufgrund der engen Tallage und des komplizierten Abbruchverfahrens wird der Abriß der Gebäude aus sicherheitstechnischer Sicht sehr anspruchsvoll. Wir möchten deshalb alle Anlieger und Verkehrsteilnehmer bitten, für einen zügigen Autoverkehr zu sorgen, die Sicherheitsabsperrungen zu beachten und die Baustelle auf keinen Fall zu betreten.
Der vollständige Abbruch der Gebäude mit Abfuhr des Bauschuttes soll dann bis Ende Juli 2008 realisiert werden.
Im dritten Quartal dieses Jahres werden schließlich die Abrissflächen beidseitig der Landesstraße entsprechend des vorliegenden Bebauungsplanes "Bahnhofsvorstadt" umgestaltet bzw. aufgewertet. Alte betriebliche Anlagen wie Stützmauern, Bodenplatten u.s.w. werden bei diesen Maßnahmen ebenfalls rück gebaut.
Auf diesem Gelände sollen nach der Beräumung und Qualitätssteigerung durch landschaftspflegerische Maßnahmen und unter Beachtung und Erhaltung der geschaffenen natürlichen Strukturen neue gewerbliche Baustrukturen entwickelt und integriert werden. Ebenso ist neben öffentlichen Parkplätzen vor allem straßenbegleitendes Grün sowie die Neuordnung der Flächen vorgesehen.

Aufbruch zur neuen Nutzung

Mit dem Abriss der alten UWR - Gebäude geht eine Ära in der Ruhlaer Industriegeschichte zu Ende. Aber es wird gleichzeitig auch Platz geschaffen für neue Entwicklungen, neue Gewerbestrukturen und zukunftsweisende Bebauungen. So wird sich unter Beachtung des Umweltschutzes unsere Stadt weiter positiv entwickeln - für Mensch und Natur.

Eine gute Woche wünscht Ihnen
Bürgermeister Mario Henning