Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Mi 30.04.2008 15:54

Ruhla im Takt der Zeit

Trinitatiskirche zwischen Vergangenheit und Zukunft
Vision: Begegnungen im Kirchenschiff


Die Ruhlaer Barockkirche St. Trinitatis ist eines der ältesten Bauwerke in Ruhla. Sie wurde 1682 - 1686 an Stelle eines kleineren Vorgängerbaus errichtet und diente viele Jahrzehnte als evangelisches Gotteshaus. Durch die Teilung Ruhlas 1640 bis 1921 gewannen beide evangelische Kirchen an großer Bedeutung und ind noch heute für die Ruhlaer Einwohner Symbole der einschneidenden historischen Ereignisse und Zeichen einer Jahrhunderte dauernden Identifikation mit ihrer Heimatgeschichte.
Seit 1928 befindet sich die Trinitatiskirche in städtischer Hand. Die jahrzehntelange Nutzung als Gotteshaus, später in der DDR als Begräbniskirche ohne bemerkenswerte Erhaltungsmaßnahmen durch das damalige System, ging nicht spurlos an dem Kirchengebäude vorüber. Nach der Wende befand es sich schließlich in einem sehr schlechten Zustand. Im Jahr 1997 wurde im Stadtrat beschlossen, die Kirche als historisches Baudenkmal zu erhalten. Im gleichen Jahr gründete sich der Trinitatisverein, der sich unterstützend um die Kirche bemüht und jährlich das Köhlergassenfest am Tag des offenen Denkmals organisiert.
Seit dieser Zeit wurde die Kirche unter dem Motto "Schwamm raus, Kultur rein" saniert. Der Kampf gegen den Hausschwamm wurde aufgenommen und zerstörte Bauteile ersetzt. Die Dacheindeckung ist mittlerweile erneuert und die Fassade wieder mit einem neuen Anstrich versehen. Fenster und Türen wurden aufgearbeitet und die bleiverglasten Fenster restauriert. Die Außenhaut der Kirche ist somit fertiggestellt.

Nun ist es an der Zeit, den Innenausbau zu planen und die Kirche für die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten vorzubereiten. Bereits am Tag des offenen Denkmals 2007 wurde während einer Podiumsdiskussion über die zukünftige Nutzung des Hauses gesprochen. Es wurde übereinstimmend der Wunsch geäußert, einen multifunktionalen Raum für vielfältige Veranstaltungen zu schaffen.
Entsprechend dieses Ansatzes wurde von der Stadt Ruhla ein Nutzungskonzept in Auftrag gegeben, das zunächst verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten untersuchen sollte. Dabei ist es wichtig, einen Konzert- und Veranstaltungsraum mit entsprechenden Voraussetzungen zu planen, der dem sakralen Charakter entspricht, die Lage der Kirche auf dem Friedhof berücksichtigt und dennoch unterschiedlichste Nutzungen erlaubt.
Voraussetzungen für die multifunktionale Nutzung des Kirchenraumes sind vor allem die Schaffung von Toiletten und der Einbau einer Heizungsanlage, die eine gleichmäßige Temperierung gestattet. Dieses ist vor allem auch für die Orgel von Bedeutung, da sie als äußerst empfindliches Instrument keine großen Temperaturschwankungen verträgt. Eine integrierte Schrankküche mit Ausschankmöglichkeit sollte für eine temporäre Bewirtung eingebaut werden.
Entsprechend dieser zwingenden Voraussetzungen wurden zwei Ausbau- bzw. Umbauvarianten im Bauausschuß vorgestellt. Beide Varianten würden im Erdgeschoß 120 Sitzplätze und auf den Emporen 140 Sitzplätze bieten. Eine gleiche Grundausstattung mit mobilen Bühnenteilen, Schrankküche, Toilettenanlage, Galeriecafe, Dauerausstellung Stadtentwicklung, Projektionsfläche, Raumteiler, Garderoben, Verschattungsmöglichkeiten der Fenster u.s.w. zeichnet beide Varianten aus.
Die beiden Varianten unterscheidet aber die Schaffung eines Erweiterungsbaus an der Nordseite für einen Sanitärtrakt und zusätzliche Abstellräume. Dadurch würde in der Kirche mehr Raum für das Veranstaltungsmanagement geschaffen. Die Begehbarkeit der Außenbereiche auf dieser Seite der Kirche wäre dann jedoch eingeschränkt.
Jetzt gilt es kritisch abzuwägen, welche der beiden Varianten umgesetzt werden sollte.
Die Nutzungsmöglichkeiten der Kirche wären nach dem Umbau vielfältig.
Auf allen Ebenen könnten Veranstaltungen durchgeführt werden. Gottesdienste, Konzerte, Theaterauftritte, Stadtratssitzungen, Ausstellungen, Seminar- und Weiterbildungsmaßnahmen, Jahreshauptversammlungen, Projekttage, selbst der Weihnachtsmarkt bzw. die Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals sind denkbar. Durch mobile Raumteiler und Bühnenwände könnte der Altarraum von dem restlichen Raum abgetrennt werden. Dauerausstellungen und "Einblicke" in die Orgel sind vorstellbar.

Details zu diesen Planungen werden in den nächsten Wochen in der "Ruhlaer Zeitung" vorgestellt. Gemeinsam wollen wir die alte historisch wertvolle Kirche aufwerten, mit Leben füllen und unter dem Motto "Begegnungen im Kirchenschiff" der Bevölkerung für verschiedene Aktivitäten zu Verfügung stellen. Die moderne Nutzung dieses altehrwürdigen Gebäudes wird in Ruhlas kultureller Landschaft ein neuer Meilenstein sein.

Frühjahrsputz 2008

Erfreulicherweise konnten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass unser Aufruf zum Frühjahrsputz 2008 eine rege Beteiligung fand.
Für die gezeigten Aktivitäten möchte ich mich bei den Organisatoren und den über 220 Helfern recht herzlich bedanken.
Besonderer Dank gilt dem Jugendklub "Freetime", den ca. 60 Schülern der Grundschule Seebach, den über 15 Vereinen Ruhlas, Thals und Kittelsthals und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Ruhla für die bereitwillige fleißige Unterstützung dieser Aktion.
Unzählige Tonne Müll, Schott, Flaschen, Gläser und Hausmüll wurden eingesammelt.

Es muss unser aller Interesse sein, die Stadt und ihr Erscheinungsbild attraktiv zu gestalten und lebenswert zu erhalten.
Die vielen Arbeiten bedürfen auch der Hilfe und des Engagements der Bürgerschaft, ohne die eine solche Aktion nicht leistbar wäre.
Nochmals herzlichen Dank für ihre freundliche Unterstützung.

Neue Nutzer des ehemaligen Wartburgheims in Thal

In dieser Woche hatten Vertreter der Stadt und der Ortsbürgermeister von Thal die Möglichkeit, die neuen Nutzer des Wartburgheims kennen zu lernen. Bei einem Rundgang durch das Gebäude stellten Frau Marion Simon und Frau Liane Schuhmann Ihr Konzept vor.
In diesem schönen Gebäude soll eine Seniorenwohngemeinschaft mit integrierter Seniorenhilfe entstehen. Sobald die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird ein Tag der offenen Tür durchgeführt. Interessierte Senioren können sich bereits jetzt vor Ort von den Räumlichkeiten überzeugen.

Senioren oder Seniorenpaare können sich dann einen Wohnraum in gewünschter Größe mieten. Zusätzlich stehen Gemeinschaftsräume zur Verfügung, in denen Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden können, Aktivitäten oder Feierlichkeiten veranstaltet werden können. Weiterhin wird Seniorenhilfe für Einkaufsfahrten, Arztbesuche oder zur individuellen Beratung und Betreuung in allen Lebenslagen angeboten.
Wöchentlich findet ein Seniorennachmittag statt, der auch Senioren aus dem Umland die Möglichkeit bietet, daran teilzunehmen.
Die Initiatoren freuen sich über jede Art von Zuspruch und Anregungen und sind schon jetzt täglich vor Ort anzutreffen oder telefonisch erreichbar unter 0170 5595132.

Eine gute Woche wünscht Ihnen

Bürgermeister Mario Henning