Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Di 16.02.2010

Ruhla im Takt der Zeit

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das lang anhaltende Winterwetter erinnert uns an "alte Zeiten", in denen es noch "richtige" Winter gab. Romantisch verklärt sehen wir diese Tage in unserer Erinnerung. Unsere Kinder werden sich sicher auch gerne an den jetzigen Winter erinnern, in dem Ski und Rodel sehr gut sind. Für uns als Autofahrer und auch als Fußgänger wird der Winter jedoch mehr und mehr zur Belastung. So wird es immer wichtiger, dass wir alle verantwortungsbewusst, rücksichtsvoll und ungestresst miteinander umgehen.

Winter und Schnee halten an - Salzreserven werden knapp

Die Wetterprognosen zeigen ganz deutlich, dass das kalte Winterwetter noch eine Weile anhält. In ganz Deutschland wird das Räumen der Straßen mittlerweile ein Problem, da die Salzreserven langsam zu Ende gehen. Keiner hatte mit solch einem flächendeckenden Winter gerechnet. So können auch im Wartburgkreis viele Straßen nur noch geräumt werden. In Ruhla sind wir bemüht, die Hauptstraße ständig in einen gut befahrbaren Zustand zu halten. Die Nebenstraßen werden geschoben und mit Split gestreut, was sich bisher sehr gut bewährt hat.
Durch das Räumen der Straßen und durch das Abfahren des Schnees an vielen Stellen im Ortsgebiet ist die Befahrbarkeit der Ortsteile, wenn auch mit Schwierigkeiten, gegeben. Ich weise jedoch nochmals daraufhin, dass kein Schnee von privatem Gelände in den öffentlichen Verkehrsraum gebracht werden darf, denn das verursacht wiederum neue Probleme mit der Beräumung der Straßen. Zusätzlich bitte ich in dieser besonderen Situation um die Mithilfe aller, wenn es um die Begehbarkeit der Gehwege, Hohlen und Nebenanlagen, wie z.B. Parkplätze, geht.

Für die Skifahrer bietet der Winter weiterhin optimale Bedingungen. Der Pistenpully ist auf der Storchswiese, im Loipengarten und an der Schanze ständig im Einsatz. Eine Havarie konnte am Freitag kurzfristig beseitigt werden, so dass seit Samstagmittag das Spuren wieder ohne Probleme möglich ist. Trotz guter Spuren bitten wir weiterhin um Vorsicht im Thüringer Wald, da die Gefahr der brechenden Bäume auf dem gesamten Rennsteig und auch in unserer Region noch nicht gebannt ist.


Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht Kommunen

Während sich die Wirtschaft wieder langsam stabilisiert, kommt nun die Finanzkrise leicht verzögert in den kommunalen Haushalten an. Dies zeigt sich unter anderem in sinkenden Gewerbesteuereinnahmen, die zum Teil sehr gravierende Einschnitte in den städtischen Finanzen auslösen. In Ruhla sanken die Einnahmen aus diesen Steuern im Jahr 2009 auf ca. 73 % des Jahres 2008 und im Jahr 2010 werden sie voraussichtlich - trotz Hebesatzerhöhung - nur ca. 56 % des Jahres 2008 erreichen.



Die Situation wird in den nächsten Wochen eine umfangreiche Diskussion in den städtischen Gremien erfordern. So bitte ich bereits jetzt alle Fraktionen und Stadträte, sich Gedanken um die Sicherung des Haushaltes zu machen und entsprechende Vorschläge zur Ausgabenverringerung einzubringen.

Auch unsere Stadt hat, wie die genannten Zahlen zeigen, Einschnitte in den Einnahmen zu verkraften. Aber ich bin mir sicher, die begonnene "Neuausrichtung" unserer Kommune wird uns vor einem finanziellen Kahlschlag, insbesondere bei der Vereinsförderung, bewahren.

Sicherlich wird auch in Zukunft nicht mehr alles Wünschenswerte finanzierbar sein.
Manches Notwendige wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Deshalb müssen auch wir und gerade jetzt, z.B. in der Fortschreibung unseres Stadtentwicklungskonzeptes, eine vorausschauende Stadtplanung "beweisen". Es gilt, da wo nötig, neue Entwicklungen und Rahmenbedingungen rechtzeitig zu erkennen, zu diskutieren und die richtigen Antworten zu finden.

Trotz schwieriger Winter - und Finanzzeiten wünsche ich allen Einwohnern und Gästen unserer Stadt eine gute Woche.


Mario Henning
Bürgermeister