Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Mi 05.05.2010

Ruhla im Takt der Zeit

Grundschule Thal im Brennpunkt der Diskussionen

Die Freude war zu Ende, bevor sie sich richtig manifestieren konnte. Herrschte im Februar noch riesige Freude bei den Eltern der Grundschule Thal, macht sich nun Bestürzung breit. Und das zu recht. Bestätigte doch der Kreistag vor ca. drei Monaten noch den Erhalt des Schulstandortes Thal. Nun wurde am Mittwoch im Bad Salzungen das Thema noch einmal auf die Tagesordnung gebracht. Resultat: Wegen der angespannten finanziellen Situation des Kreises kommt die angedachte Sanierung der Grundschule ins Stocken. Die Kinder sollen aus der ab August aus baulichen Gründen gesperrten Schule mindestens bis 2013 nach Ruhla ausgelagert werden.

Zu Recht fühlen sich die Eltern "verschaukelt". Denn in solchen Fällen hilft keine Polemik und kein "Schöntun" von Seiten der Verantwortlichen im Kreistag. Hier sollten Ehrlichkeit und klare Aussagen im Vordergrund stehen, die keine falschen Erwartungen wecken. Entrüstete Bürger und Politikverdrossenheit sind die Folge solcher Handlungsweisen.

Eindeutig ist, dass die Entscheidungsträger dafür verantwortlich sind, keine Hoffnungen zu wecken, die man nur schwerlich oder gar nicht erfüllen kann. Ebenso ist es aber auch nötig, der Sicherheit für die Schüler höchste Priorität zu geben und darüber nicht mit der Bauaufsicht zu verhandeln.

Sicher würden es die meisten verstehen, wenn die Finanzsituation im Kreis und in den Kommunen einmal klar darlegt würde. Seit langen ist ja bekannt, dass den Gemeinden und Landkreisen zunehmend das Geld ausgeht, da u.a. die Gewerbesteuern wie auch die Schlüsselzuweisungen des Bundes und des Landes sinken. Kürzungen und Einsparmaßnahmen treffen zur Zeit fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Unser Wartburgkreis war bisher einer der stabilsten Kreise in Thüringen. Doch nun müssen wir und im speziellen auch ich leider die veränderte Situation im Kreis zur Kenntnis nehmen.

Vorzuwerfen ist den Verantwortlichen im Kreis, dass seit Jahren keine Maßnahmen an der Schule in Thal durchgeführt wurden. Die Untätigkeit der Verwaltung im Landratsamt ist einmalig. Bis zum heutigen Tage besteht nun ein Sanierungsstau, der durch die angespannte Haushaltslage des Kreises plötzlich kaum noch gestemmt werden kann.
Das Fazit - zwischen Enttäuschung und Forderung - kann nun eigentlich nur wie folgt lauten:
Im Hinblick auf die Sicherheit der Kinder sollte man die Aussage des Landrates akzeptieren, aber eine umgehende Sanierung der Schule bei besserer Finanzlage nicht aus den Augen lassen und eine Gleichbehandlung im Kreis fordern. Und dabei erwarten wir Ehrlichkeit von Seiten des Kreises, um das erschütterte Vertrauen wieder aufbauen zu können.

Eine gute und optimistische Frühlingswoche wünscht Ihnen Ihr Bürgermeister
Mario Henning