Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Mi 29.09.2010

Grußwort des Bürgermeisters zum Jubiläum 20 Jahre Deutsche Einheit

Einladung zur Gedenkfeier am Sonntag, dem 3. Oktober 2010

Am 3. Oktober dürfen wir den wohl schönsten Jahrestag nach der Beendigung des 2. Weltkrieges begehen, den Tag der Deutschen Einheit, der sich in diesem Jahr zum 20-sten Mal jährt.
Was so mancher schon nicht mehr zu träumen wagte, begann in den Herbsttagen 1989 mit den Montagsdemos, dem Mauerfall und erreichte seinen Höhepunkt am
3. Oktober mit der Unterzeichnung des Einigungsvertrages.

Es gab nun die "alte" Bundesrepublik Deutschland nicht mehr, aber auch keinen anderen deutschen Staat mit Mauer, Stacheldraht, Selbstschussanlagen und verminter Grenze, sondern ein in Frieden geeintes Deutschland.

Und dieses "in Frieden geeint" verdient eine besondere Betonung, denn das war keine Selbstverständlichkeit!

Betrachtet man die Geschichte, so wurden Revolutionen auf der ganzen Welt meist mit Blut und Menschenleben bezahlt.
Aber die Menschen in Deutschland haben aus ihrer Geschichte gelernt, die mit zwei verheerenden Kriegen dem eigenen und anderen Ländern unendliches Leid gebracht hat und letztlich auch zur Teilung des Landes führte.

Diese Vergangenheit wollen und dürfen wir niemals vergessen! Aber lassen Sie uns heute voller Stolz und Dankbarkeit auf die Wiedererlangung unserer deutschen Einheit schauen.
Dankbarkeit, insbesondere denen gegenüber, die für die Einheit gekämpft und diese auch umgesetzt haben.

Es gab so viele Hürden in diesen zwanzig Jahren zu überwinden, so viele Schwierigkeiten sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht. Beginnend mit der Einführung einer gemeinsamen Währung, die mittlerweile schon wieder vom Euro abgelöst wurde, über die vielen industriellen und strukturellen Veränderungen. Es war ein langer und schwieriger Prozess, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist.

Sicher, nicht alle unserer Träume, unserer Vorstellungen unserer Ideale haben sich erfüllt. Es bleibt noch ein Stück des Weges zu gehen.
Aber ich glaube auch: Ein Staat kann nur so gut sein, wie es seine Menschen sind, wie ihn die Menschen, wie wir ihn machen.
Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie wollen täglich neu verteidigt und weiterentwickelt werden. Das fordert uns alle.

40 Jahre Trennung, 40 Jahre zwei verschiedene Gesellschaftsordnungen mit all ihren Eigenheiten sind unmöglich in einem geschichtlich betrachteten kurzen Zeitraum von 20 Jahren zu optimieren. Auch die derzeit äußert schwierige Weltwirtschaftslage wirkt sich alles andere als positiv auf Länder und Gemeinden aus.

Diese Zeit braucht viel Geduld und Optimismus, braucht unsere Kraft und unseren Mut.
Sie verlangt von den politisch Verantwortlichen Geschick und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, um die richtigen Entscheidungen zum Wohle der Menschen dieses Landes zu treffen. Die Wirtschaft muss wieder erstarken, ebenso wie ein vertrauenswürdiges Banken- und Finanzsystem. Im Mittelpunkt aber soll immer der Mensch stehen.
Ganz im Sinne des Artikels 1 unserer Verfassung: "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Aber auch diese schwierige Zeit werden wir gemeinsam schaffen, wissen wir doch gute und verlässliche Partner an unserer Seite.

So weilen z.B. am kommenden Wochenende der Bürgermeister unserer Partnerstadt Schalksmühle sowie einige Vertreter ihrer Gemeinde hier in Ruhla, um mit uns diesen denkwürdigen Jahrestag zu begehen.

Erinnern wir uns an die Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde im März 1990. Mit dieser Unterzeichnung wurde eine Partner- und Freundschaft besiegelt, die bereits vor der Wende vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde Schalksmühle, dem unvergessenen Conny Mühlen, mit dem Uhrenbetrieb Ruhla, vorsichtig, umsichtig und vorausschauend begonnen wurde.

Die Partnerschaft hat gehalten und wurde immer weiter vertieft. Die anfängliche Hilfe auf dem Gebiet der Verwaltung wandelte sich allmählich.
Es wurden sowohl auf kommunaler als auch auf privater Ebene Freundschaften zwischen allen Generationen geschlossen, die sich bis heute noch entwickeln.

Erwähnt sei hier zum Beispiel der jährliche gegenseitige Besuch zwischen den Senioren und Jugendlichen unserer beiden Kommunen.

Unsere Ruhlaer Senioren sind vor zwei Wochen erst wieder in Schalksmühle gewesen. "Schön war’s - wie immer - " haben sie strahlend berichtet.
Und auch Mitglieder unseres Jugendclubs folgen schon in der nächste Woche einer Einladung und freuen sich auf die sicher erlebnisreichen Tage in Schalksmühle.

So soll es sein!
Ein guter und freundschaftlicher Kontakt der Menschen untereinander macht erst den eigentlichen Wert der Beziehung zwischen den Gemeinden, den Städten und den Bundesländern aus.
Der Gedanke der Deutschen Einheit wird hier lebendig und lebt weiter in den kommenden Generationen.
Und es kommt sicher bald der Tag, an dem nicht mehr, wie es heute leider noch viel zu oft geschieht, von Ost- und Westdeutschen oder von alten und neuen Bundesländern geredet wird.

Wir alle sind Bürger e i n e s Deutschlands, die in Gleichberechtigung, in Einigkeit und Recht und Freiheit miteinander leben.

Die kommenden Generationen werden es beweisen.

Freuen wir uns alle gemeinsam, den Weg dahin geebnet zu haben. Ein geeintes Deutschland inmitten eines friedlichen Europas war dieser Mühen wert!

Ich möchte Sie einladen, gemeinsam mit den Freunden aus Schalksmühle, diesen denkwürdigen Tag zu begehen.
Wir treffen uns am
Sonntag, dem 03.10.2010
um 10.30 Uhr
am Baum der Deutschen Einheit (vor Monokel)


zu einer Feierstunde und freuen uns über viele Gäste.

Ihr Bürgermeister Mario Henning