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Fr 11.03.2011 11:41

Stadt Ruhla lehnt Spekulationen ab


Pressemitteilung

Am vergangenen Samstag geschah in der Bermbachtalhalle ein tragischer Unglücksfall. Während des Aufwärmens starb plötzlich und ohne jegliche Vorzeichen eine 16-jährige Schülerin vom Gerstunger Handballteam.
Anteilnahme und Trauer überwältigen jeden, der davon gehört hat und lösen ein starkes Mitgefühl für die Angehörigen aus.

Die Frage nach der Ursache hat sich in diesem Augenblick wohl jedem gestellt. Aber Vorsicht vor Spekulationen! Emotionale Aussagen, die in dieser bestürzenden Situation gemacht werden, sollten dann auch als solche interpretiert werden.

Was wurde also am Montag durch eine Pressevertreterin publiziert?
Die Aussage eines Ruhlaer Trainers wurde aus dem Zusammenhang gerissen und einseitig hervorgehoben. Im Schmerz und vor dem Hintergrund des plötzlichen Todes wurde in der typischen derben Ruhlaer Ausdrucksweise von einem "Fluch" gesprochen. Damit waren aber weder Geister noch Reinigungsmittel gemeint, die die Halle beeinflussen. Hier sprach die lähmende Trauer und die Frage nach dem "Warum" aus den Worten.

In Deutschland ist die Pressefreiheit im Grundgesetz verankert. Die Journalisten haben das Recht und die Pflicht, alle Informationen zu verarbeiten und zu publizieren. So weit, so gut. Aber beinhaltet dieses Recht auch die fatalen Folgen, die oft unbegründet durch solch falsch interpretierte oder schlecht recherchierte Artikel eine Welle von Vorwürfen, Verleumdungen oder Falschdarstellungen im Extremfall auch Verruf auslösen?

Es ist unseriös, unhaltbare Geschichten zu konstruieren. Objektivität und redliche journalistische Tätigkeit sollten bei einer Berichterstattung oberstes Gebot sein - gerade bei solch einem tragischen Fall.

Aber auch die durch die Presse aufgeworfene Diskussion um die verbauten Materialien in der Halle übersteigt nun alle Grenzen und verunsichert die Bevölkerung und Nutzer der Halle. Egal, wie das längst beauftrage Gutachten ausfallen wird - die Halle bleibt auch überregional in Verruf! Diese Auswirkungen kann eine Pressefreiheit nicht rechtfertigen.

Wir müssen hier ausdrücklich betonen: kein Handballteam, kein Verein und keine Schule hat bisher über irgendwelche Beschwerden geklagt - außer über den zu stumpfen Boden, der sicherlich einige sportübliche Verletzungen nach sich zog. Das Problem ist mittlerweile behoben. Kein einziger Hinweis deutet auf eine fehlerhafte, gesundheitsschädigende Bautätigkeit. Die Fachfirmen haben gute Arbeit geleistet.

Auch hat keine Aussage der Polizei auf irgendwelche Schädigungen durch Bau- bzw. Reinigungsmaterialien hingewiesen.




Höchst vorsorglich und um alle Spekulationen auszuschließen, haben wir ein Sachverständigenbüro mit einem Gutachten beauftragt. Bereits am Montag und am Mittwoch wurden erste Messungen vorgenommen. Weitere Untersuchungen werden folgen. Gesicherte Aussagen werden technisch bedingt erst in ca. 10 Tagen vorliegen. Erst dann können wir fachlich fundierte Schlussfolgerungen ziehen.

Ich verwahre mich gegen jegliche Vorwürfe, die sich spekulativ gegen den Bau und die Ausstattung der Halle richten. Es ist unser aller Pflicht und es gebietet die Redlichkeit, sowohl das am Montag in Auftrag gegebene Gutachten, als natürlich auch das Endergebnis der polizeilichen Untersuchung abzuwarten.
Jede vorher getroffene Spekulation lässt den Respekt gegenüber dem Tod der Schülerin und der Trauer der Hinterbliebenen vermissen.

Auch sollte hier die Verantwortung gegenüber unserer Stadt und deren Bevölkerung beachtet werden.

Ich bitte alle Vertreter der Presse, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und nicht durch publizistische Sensationshascherei Gerüchte in die Welt zu setzen, die der Stadt, wie deren Bevölkerung schaden sowie pietätlos gegenüber den Trauernden sind!


Mario Henning
Bürgermeister