Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Di 15.03.2011

Ruhla im Takt der Zeit

Stadt Ruhla lehnt Spekulationen und Gerüchte bezüglich Bermbachtalhalle ab
Gutachten seit Montag letzter Woche in Auftrag gegeben


Am Samstag, dem 5. März 2011, geschah in der Bermbachtalhalle ein tragischer Unglücksfall. Während des Aufwärmens starb plötzlich und ohne jegliche Vorzeichen eine 16-jährige Schülerin vom Gerstunger Handballteam.
Anteilnahme und Trauer überwältigen jeden, der davon gehört hat und lösen ein starkes Mitgefühl für die Angehörigen aus.

Die Frage nach der Ursache hat sich in diesem Augenblick wohl jedem gestellt. Aber ich warne vor Spekulationen und Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt wurden!

Was wurde also am Montag, dem 7.3.2011 durch eine Pressevertreterin in der Tageszeitung publiziert?
Die Aussage eines Ruhlaer Trainers wurde einseitig hervorgehoben. Im Schmerz und vor dem Hintergrund des plötzlichen Todes wurde in der typischen derben Ruhlaer Ausdrucksweise von einem "Fluch" gesprochen. Damit waren aber weder Geister noch Reinigungsmittel gemeint, die die Halle beeinflussen. Hier sprach die lähmende Trauer und die Frage nach dem Warum aus den Worten.

"Lieber ein Beweis als zehntausend Gerüchte."

Dieses Sprichwort aus China erinnert uns an unsere Ehre und auch an unsere Menschenpflicht.
Es ist unseriös, unhaltbare Geschichten zu konstruieren. Objektivität und redliche journalistische Tätigkeit müssen bei einer Berichterstattung oberstes Gebot sein und Klarheit und Ehrlichkeit sollte auch bei allen Gesprächen herrschen - gerade bei solch einem tragischen Fall.

Die durch die Presse aufgeworfene Diskussion um die verbauten Materialien in der Halle übersteigt nun alle Grenzen und verunsichert die Bevölkerung und Nutzer der Halle gleichermaßen.

Wir müssen hier ausdrücklich betonen: kein Handballteam, kein Verein und keine Schule hat bisher über irgendwelche Beschwerden geklagt - außer über den zu stumpfen Boden, der sicherlich einige sportübliche Verletzungen nach sich zog. Das Problem ist mittlerweile behoben. Kein einziger Hinweis deutet auf eine fehlerhafte, gesundheitsschädigende Bautätigkeit. Die Fachfirmen haben gute Arbeit geleistet.

Auch hat keine Aussage der Polizei auf irgendwelche Schädigungen durch Bau- bzw. Reinigungsmaterialien hingewiesen.

Höchst vorsorglich und um alle Spekulationen auszuschließen, habe ich ein Sachverständigenbüro mit einem Gutachten beauftragt. Bereits am letzten Montag und am Mittwoch wurden Messungen durchgeführt und Proben entnommen. Erste Ergebnisse haben keinerlei Belastung der Halle festgestellt. Weitere Auswertungen werden folgen. Gesicherte Aussagen werden technisch bedingt in ca. 10 Tagen vorliegen. Erst dann können wir endgültig fachlich fundierte Schlussfolgerungen ziehen.

Wir sollten uns gegen jegliche Vorwürfe, die sich spekulativ gegen den Bau und die Ausstattung der Halle richten, verwahren. Es ist unser aller Pflicht und es gebietet die Redlichkeit, sowohl das am Montag in Auftrag gegebene Gutachten, als natürlich auch das Endergebnis der polizeilichen Untersuchung abzuwarten.
Jede vorher getroffene Spekulation lässt den Respekt gegenüber dem Tod der Schülerin und der Trauer der Hinterbliebenen vermissen.

Ich bitte alle Beteiligten sowie die Nutzer der Halle, Ruhe zu bewahren und nicht durch, aus dem Zusammenhang gerissene, publizistische Sensationshascherei bzw. unüberlegtes Gerede irgendwelche Gerüchte in die Welt zu setzen, die der Stadt und den Vereinen ebenso wie der Bevölkerung schaden sowie pietätlos gegenüber den Trauernden sind!

Mario Henning
Bürgermeister