Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Di 06.08.2013

Ruhla im Takt der Zeit


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder liegt eine Sommerwoche hinter uns und erneut kletterte das Thermometer auf tropische Temperaturen. Ich hoffe, Sie alle haben die Hitze gut überstanden.

Unsere beiden Schwimmbäder in Ruhla und Thal konnten wieder Rekordbesucherzahlen verzeichnen. Wir haben das große Privileg, 2 schöne Schwimmbäder zu besitzen, die auch von Badegästen aus anderen Orten gerne genutzt werden. Achten wir alle darauf, dass das auch so bleibt und unsere Bäder nicht mutwillig durch irgendwelche hirnlosen Aktionen beschädigt werden!

An dieser Stelle möchte ich auch dem Ruhlaer Schwimmbadverein herzlichen Dank für die geleistete Arbeit sagen. Ohne den Verein hätte es wahrscheinlich eines der beiden Bäder nicht mehr gegeben.
Die Stadt Ruhla wird sich auch weiterhin nach Kräften bemühen, beide Schwimmbäder zu erhalten. Eine Sanierung des Thaler Schwimmbades steht nach Ende der Badesaison an und wir hoffen, allen Schwimm- und Badebegeisterten gerecht zu werden.


Mittlerweile sind wir im Monat August angekommen und wünschen uns, dass dieser Hochsommermonat viele schöne Tage für uns bereithält. Ein paar Grad weniger, aber viel Sonne am Tag und nachts ab und an ein erfrischender Regen, so hätten wir es gerne. Sehen wir mal, ob unsere Wünsche vom Wettergott erhört werden.

Am kommenden Wochenende nun steht wieder ein Fest an, das bereits zur schönen Tradition gewordene Alexanderturmfest.

Vom Samstag bis Sonntag können sich bei hoffentlich schönem Wetter auf der Hubertuswiese alle Naturliebhaber und Feierfreudigen treffen. Für das leibliche Wohl wird von den Ausrichtern wieder bestens gesorgt.
Ich wünsche den Ausrichtern des Festes viele Gäste und allen unbeschwerte und fröhliche Stunden am Fuße unseres "Eisernen Wächters.

Aber es gibt seit dem vergangenen Jahr einen Wermutstropfen zum Thema Alexanderturm: Leider musste der Aussichtsturm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden und notwendige Sanierungsarbeiten stehen an.

Über die Geschichte des Aussichtsturmes kann man in Büchern, Broschüren und Flyern, die in unserer Touristinformation Ruhla ausliegen, viel erfahren.

Wir ermuntern alle geschichtsinteressierten Bürger, diese Lektüren zu nutzen und sich zu informieren.

Zum großen Teil wurden die Schriften von unserem Ortschronisten, Herrn Lotar Köllner, verfasst, aus denen auch diese, von uns komprimierte Zusammenfassung stammt:


Alles begann damit, dass der Leiter der einstigen Ruhlaer Forstschule, Dr. Gottlob König, die damals waldfreie Ringberghöhe als phantastischen Aussichtspunkt erkannte.

1825 ließ er auf dem höchsten Punkt eine "Aussichtskanzel" aus hölzernen Stangen und Stämmen errichten.

Herr Hofrat Dr. Alexander Ziegler betrieb 1825 den Bau eines Aussichtsturmes.
Aus eigenen Mitteln wurde dann dieser 1867 in Holzkonstruktion errichtet.
Am 22. Juli 1867 wurde er im Rahmen einer großen Feier mit Volksfest und Festumzug eingeweiht.
Die Namensgebung erfolgte nach dem Großherzog Carl-Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach in Würdigung seiner Verdienste um die Restaurierung und Erneuerung der Wartburg. Dieser besuchte auch oft und gerne die Ruhlaer Berge und Wälder.

Damit begann die Erfolgsgeschichte des "Eisernen Wächters von Ruhla".
Er wurde zu einem der beliebtesten Wanderziele der Region, die Rundsicht von oben wurde als einmalig schön gepriesen.

Ab 1889 wurden immer wieder Reparaturen notwendig. Durch einen Frühlingssturm im gleichen Jahr wurde er so beschädigt, dass er schließlich zusammenbrach.

Dank weitsichtiger Menschen, wie der Herzoglich-Sächsische Oberförster Hermann Knaudt, waren aber die Vorbereitungen für einen Turmneubau schon fast völlig abgeschlossen.
Auf dessen Initiative hin wurde 1880 ein Interessenverein "Carl-Alexander-Thurm" gegründet.
Dieser überaus rührige Verein sammelte durch nach oben offene Mitgliedsbeiträge und viele Spenden ein Grundkapital und holte ein Bauangebot ein. Viel Geld kam zusammen, das aber dennoch nicht reichte, auch musste man eine beginnende Spendenmüdigkeit verzeichnen.

Deshalb entschloss man sich, in den Thüringer Herzogs- und Fürstentümern eine Carl-Alexander-Turm-Lotterie durchzuführen, die 1893 einen Reingewinn von 2100 Mark einbrachte.

Durch weitere Spenden von Bürgern, privaten Geschäftsleuten, Vereinen (vor allem Thüringer Wald Verein), sowie Einnahmen aus Veranstaltungen kam weiteres Geld zusammen. Aus der Stadtkasse Ruhla Weimarischen Anteils floss aus dem von Alexander Ziegler hinterlassenen Legats für diesen Zweck eine beträchtliche Summe.

Anfang 1897 konnte schlussendlich der Auftrag zum Bau eines neuen eisernen Turmes in Auftrag gegeben werden.

Durch die Ruhlaer Baufirma Karl Köllner wurde im Mai 1897 mit den Fundamentarbeiten begonnen, danach die Eisenkonstruktion aufgestellt.
Die Bauzeit des 21 m hohen Turmes betrug insgesamt 3 Monate.
111 Stufen führen auf die Aussichtsplattform, die sich 250m über dem Niveau der Wartburg befindet.
Die Mühen des überaus rührigen Oberförsters Hermann Knaudt als Hauptinitiator wurden schließlich von Erfolg gekrönt. Die Stadt Ruhla dankte es ihm nach seinem Tode durch Benennung einer Straße.

Unzählige Besucher haben seit dieser langen Zeit unseren "Alex" besucht und sich an der wunderbaren Aussicht weit ins Land hinein erfreuen können.


Im vergangenen Jahr musste nun der Turm erneut gesperrt werden und es stehen umfangreiche und auch kostenintensive Rekonstruktionsmaßnahmen an.

Die Stadt hat Fördergelder beantragt und hofft auf positive Bescheide.

Der Spendenaufruf der Stadt hat schon große Resonanz gefunden, viele Privat- personen, Betriebe und gesellschaftliche Einrichtungen sind dem Aufruf bereits gefolgt. Nach wie vor ist natürlich jede Spende hochwillkommen.
Allen fleißigen Spendern sage ich meinen herzlichsten Dank!

Ziel war es, den Turm in diesem Jahr wieder zu eröffnen, aber vertragliche Probleme mit dem Mitnutzer Vodafon standen dem im Wege. Nach intensiven Verhandlungen konnte aber der Weg freigemacht werden. Die Ausschreibungen der Bauleistung erfolgen im III. und VI. Quartal 2013.
Baubeginn ist dann zum frühstmöglichen Termin 2014, so dass unser Alexanderturm im Sommer 2014 wieder begehbar ist.


Das Bauamt berichtet: (ebenfalls zum Alexanderturm)

Nachdem der Alexanderturm Anfang 2012 gesperrt wurde, fand Ende 2012 eine statische Untersuchung statt. Im Ergebnis wurde festgelegt, dass die Statik (nach Rückbau der Antennenanlage der Firma Vodafon) unter der Voraussetzung einer
grundlegenden Instandhaltung für die ganzjährige Nutzung ausgerichtet ist.
Mit der Firma Vodafon wurde zum 31.12.2013 ein Aufhebungsvertrag geschlossen.

Der Alexanderturm wird im Jahre 2014 einer kompletten Sanierung unterzogen.

Aufgrund der Schadensbilanz ist die Ertüchtigung einzelner Baugruppen und die Vollerneuerung des Korrosionsschutzes vorgesehen.
So wird z.B. das Riffelblech der Plattform aufgrund von Rissen und anderen Schäden komplett erneuert.

Die Instandsetzung erfolgt im Schutz eines Arbeits- und Traggerüstes und, da abschnittsweise gestrahlt und grundbeschichtet wird, mit einer entsprechenden Einhausung.
Die Bauzeit beträgt ca. 6 Monate, die Eröffnung des Alexanderturmes ist für 2014 geplant.


Kindertagesstätten

Ab 1. August 2013 hat jede Familie per Gesetz das Recht auf einen Platz und eine Betreuung der Kinder in den Kindertagsstätten.
Aufgrund langfristiger und kluger Planung hat die Stadt Ruhla hierfür alle Voraussetzungen geschaffen.


Nun wünsche ich Ihnen allen eine schöne sommerliche Augustwoche, mögen wir von den angekündigten Unwettern und anderen Unbilden verschont bleiben.

Ihr Bürgermeister
Hans-Joachim Ziegler