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Di 01.04.2014

100 Jahre Fassondreherei Braun - Herzlichen Glückwunsch

Am 1.4.2014 hat die Fassondreherei Bernhard Braun in der Knaudtstraße von Ruhla ein besonderes Jubiläum gefeiert.

Hundert Jahre eine private Firma als Familienbetrieb zu betreiben ist im weiten Umkreis wohl eine außergewöhnliche Leistung.
Deshalb an dieser Stelle einige Daten über den Werdegang der traditionsreichen Firma.
Am 1.4.1914 meldete Bernhard Braun, vorher als Bernstein- und Meerschaumdrechsler tätig, seine selbständige Drechslerei an. Die Fertigung der Pfeifen,- Zigarren- und Zigarettenspitzen begann in einem an das Wohnhaus angrenzenden Schuppen, der nur 4 x 4 m groß war.
Auch die Wohnküche wurde fast ständig als Arbeitsraum genutzt. Mit dem Beginn des
1. Weltkrieges war auch schon wieder alles vorbei, Bernhard Braun diente vom ersten Tag an als Soldat einer Artillerieeinheit in Frankreich und kam zum Glück 1918 unversehrt nach Hause.
Nun erfolgte die Betriebsgründung eigentlich zum zweiten Male.
Wegen der engen Räumlichkeiten baute Bernhard Braun einen 11 x 4 m großen mehrgeschossigen Neubau, der am 26.2.1924 eingeweiht wurde.
Die Fertigung der Pfeifen,- Zigarren- und Zigarettenspitzen aus Bernstein, Meerschaum, Horn und auch Kunststoffen lief gut, Handelsbeziehungen bestanden auch nach Südamerika, den USA und Norwegen.
Trotz der Weltwirtschaftskrise kaufte Bernhard Braun 1928 die ersten Drehautomaten und begann erfolgreich bis zum Jahr 1945 mit der Herstellung von Formdrehteilen aus Metall für die Elektrotechnik.
Der Schwiegersohn von B. Braun, Otto Träxler begann 1947 seine Tätigkeit im Betrieb. Leider verstarb er schon 1962, so dass der 75- jährige Bernhard Braun dringend einen Nachfolger suchte und zum Glück in Klaus Schomburg fand.
Nach Facharbeiter- und Meisterprüfung als Werkzeugmacher übernahm Klaus Schomburg genau 56 Jahre nach der Gründung die Firma und führte sie erfolgreich bis zum 30.4.1992.
Das Geschäft lief gut und 1970 wurde ein größerer Raum für die Drehautomaten fertig.
Die Zulieferteile fanden sich in Fahrradlichtmaschinen, Scheibenwischermotoren, Intervallschaltern, Wärmegeräteschaltern, Leuchtreklamen, Steckverbindungen für Funk- und Fernmeldewesen, Lehr- und Spielbaukästen, Modellbahnzubehör, Autoradios, dentalmedizinischem Gerät, Verstärkeranlagen für Antennen und industriellem Fernsehen wieder.
Die Zahl der Beschäftigten stieg auf bis zu 10 Personen.
1990, nach der sogenannten Wende, als so gut wie alle Geschäftsbeziehungen zusammengebrochen waren, bestand kaum noch Hoffnung auf Fortführung des Unternehmens. Trotzdem übernahm mit viel Mut und Elan am 1.5.1992 der Urenkel von Bernhard Braun, Christian Schomburg, den Betrieb und knüpfte wieder neue Geschäftsverbindungen. Dafür mussten erneut Erweiterungen im Maschinenpark realisiert werden. 1995 erfolgte nach Teilerwerb der Knaudtstraße 14 ein weiterer Anbau und 2005 der Kauf von CNC - Technik.

Schmerzhafte Verluste durch Konkurs anderer Firmen und Auftragseinbußen durch Produktionsverlagerungen ins Ausland blieben aber nicht aus.
Seit 2006 besitzt der Betrieb das Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 2008 und produziert weiterhin unermüdlich Drehteile alle Schwierigkeitsgrade.

Die Stadt Ruhla gratuliert nochmals recht herzlich und wünscht für die Zukunft immer volle Auftragsbücher.

Stadtverwaltung Ruhla, Detlef Fuhlrott nach Informationen der Familie Schomburg