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Mo 07.07.2014

Thüringer Denkmalschutz-Preis 2014 für den St. Trinitatis-Verein und die Stadt Ruhla

Der Thüringer Denkmalschutzpreis wird vom Freistaat seit 1994 vergeben. Bis heute wurden 160 Preisträger in den Kategorien: Gruppenpreis, Einzeldenkmal, Archäologisches Denkmal und Technisches Denkmal geehrt. Am 30. Juni 2014 erhielt der St. Trinitatis Verein Ruhla diese Anerkennung für die mutige Idee, das barocke Gotteshaus auf der Köhlergasse nicht dem Verfall Preis zu geben, für ihr außerordentliches Engagement bei der Sanierung sowie deren Entwicklung zur Kulturkirche St.Trinitatis Ruhla, wie es in der Laudatio hieß.
Allen angereisten Ruhlaern war die Freude und der Stolz, ob der Anerkennung und des Preises anzusehen. Viele Vereinsmitglieder haben es sich nicht nehmen lassen zur feierlichen Preisübergabe in der Thomaskirche nach Erfurt zu fahren. Kultusminister, Christoph Matschie, würdigte in seiner Festansprache das Bürgerengagement und die besonderen Verdienste im Bereich der Denkmalpflege. Er betonte die Bedeutung unserer historischen Stätten als wichtigen Teil einer nachhaltigen Städteplanung in Thüringen. Zur Preisverleihung waren nicht nur die Preisträger geladen sondern auch alle Nominierten. Eine fünfköpfige Jury wählte acht Preisträger aus zwanzig Vorschlägen aus. Mit der Festveranstaltung sollte allen ehrenamtlichen Denkmalschützern und Vereinsmitgliedern gedankt werden für ihr Engagement, das sehr wesentlich zur Erhaltung des reichen Thüringer Kulturerbes beiträgt.
Die Geschichte der "St. Trinitatis" Kirche auf der Köhlergasse lässt sich bis in das Jahr 1682 zurückverfolgen. Aus dem Stadtarchiv geht hervor, dass ein Gotteshaus (Concordia Kirche) für beide Ortsteile von Ruhla nicht ausreichte, da diese unversöhnlich mit sich waren und sich schlecht vertrugen. "Ihren feindseligen Sinn verstanden sie selbst an heiliger Stätte nicht zu bemeistern." So kam es zum Neubau der St. Trinitatis Kirche.
1920 ging diese in kommunalen Besitz über, diente aber weiter als Gotteshaus. Später hauptsächlich als Trauerhalle. Bis 1995 der echte Hausschwamm im Dachgebälk festgestellt wurde was einer existenziellen Bedrohung gleichkam. 1997 schlossen sich interessierte Bürger zusammen und gründeten den Förderverein St. Trinitatis. Gemeinsam mit einer sehr engagierten Stadtverwaltung konnte die Kirche in zwölf Bauabschnitten saniert und um einen Sanitär- und Wirtschaftstrakt erweitert werden. Aktuell erscheint die Kirche in neuem, altem Glanz. Bis auf die herrliche Knauf Orgel, die noch ausharren muss, da die Gelder zur Sanierung noch nicht zusammen sind. Der Vereinsvorsitzenden, Elke Schmidt ist es immer wieder ein Bedürfnis, allen Helfern, Sponsoren, Geldgebern, Förderern und fleißeigen Mitgliedern des Vereins für ihre Hilfe und Unterstützung zu danken.
Heute wird die Kirche nur zu besonderen Anlässen für Gottesdienste genutzt überwiegend jedoch für Kulturveranstaltungen. Die außergewöhnliche Atmosphäre des hohen Raums, der klare Klang, die fröhlich einladende Stimmung und ihre einfache Eleganz empfinden viele als außergewöhnlich. Einige Veranstaltungen haben schon Tradition. So wird die Ruhlaer Kirchennacht bereits zum vierten mal gefeiert. Weiter sind zu nennen der Denkmaltag mit dem Köhlergassenfest, Frühlingsfeste, der lebendige Adventskalender und vieles mehr.
Für Ruhla und Umgebung ist und wird die Kulturkirche zu einem ungewöhnlichen Ort für Kulturerlebnisse. Jeder Künstler setzt sich auf seine Weise mit dem Kirchenraum und dessen Spiritualität auseinander. Gemeinschaft, Raum und Zeit - ihnen werden keine Grenzen gesetzt. Besonders eindrücklich konnte das zur Premiere "Der kleine Schmied von Ruhla" im Rahmen der LUX-Festspiele 2014 erlebt werden.
Unsere Kulturkirche ist eine Location der Extraklasse! Geplant sind viele interessante Veranstaltungen und Aktivitäten, wie: Konzerte, Musik, Kino, Ausstellungen und eine eigene Theater Amateurgruppe. Der Verein und die Stadt freuen sich über zahlreiche Besucher, die Außergewöhnliches genießen möchten und es in der St. Trinitatis Kirche finden werden. Die Eintrittsgeldern und Spenden helfen, dass sehr bald auch die exzellente Knauf Orgel wieder hell erklingen kann.


Carola Wiegand