Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Di 17.11.2015

Ruhla im Takt der Zeit - in Gedenken an Paris


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Trauer und Entsetzen fühlen wir bei den jüngsten Ereignissen in Paris. Die Welt hält den Atem an angesichts der islamistischen Terroranschläge, die gezielt und eiskalt organisiert waren. Am Freitag war dieses Ereignis und am Sonntag Volkstrauertag, der an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert. Der Kampf um Frieden und Gerechtigkeit ist vor diesen jüngsten Ereignissen doppelt wichtig geworden. In unserer heutigen Zeit, in der die Schrecken des zweiten Weltkrieges - nach 70 Jahren (!) - immer noch nicht vollständig überwunden sind, in einer Zeit, in der der Appell nach Frieden größer ist denn je, passiert so etwas Unvorstellbares.

Wir senden unsere Gedanken nach Paris zu den Trauernden, zu den Familien und Angehörigen der Opfer. Aber der Trost allein hilft nur über das individuelle Leid. Zur Bekämpfung der Terrorursachen kann nur eine klare völkerverbindende Friedenspolitik helfen, eine Politik, die endlich international anerkannt und weltumspannend gestützt ist, eine Politik, die klare Grenzen setzt, die aber konstruktiv auf das gerechte Zusammenleben der Menschen und Völker ausgerichtet ist, die den Menschen in aller Welt ein Leben in Frieden und Wohlstand sichert.

Aber nicht nur die Politik ist gefragt - jeder von uns kann im Kleinen dazu beitragen, dass die Welt friedlicher wird. Sei es in einem Nachbarschaftskonflikt oder bei einem Missverständnis, das mit Hass quittiert wird. Sei es im Arbeitsbereich oder gar in der Familie. Oder sei es im Umgang mit den Flüchtlingen, die vor dem schrecklichem Terror hierher fliehen und Hilfe suchen und ihm nun in Europa wieder in die Augen sehen müssen.
Wir brauchen in dieser Zeit Kraft und Entschlossenheit, aber wir brauchen vor allem auch den Mut, einen konsequenten Weg in eine friedliche, gemeinsame und weltoffene Zukunft gehen zu können. Man kann nicht mehr die Augen verschließen vor den Konflikten in einer globalisierten Welt. Man muss sich jetzt positionieren - gegen Radikalismus, menschenverachtende Ideologien, gegen Terror, gegen Krieg und Gewalt. Man muss jetzt etwas dafür tun. Deshalb machen Sie mit, lassen Sie uns in den Familien und in der Nachbarschaft, im Verein und im Unternehmen beginnen, eine Kultur des Friedens und der Verständigung zu leben - und lassen Sie uns unseren Teil dazu beitragen, in diesem demokratischen Staat den Weg zu finden, der uns und den folgenden Generationen ein lebenswertes Leben sichert. Lassen Sie uns gerecht und fair die anstehenden Probleme meistern, denn nur gemeinsam können wir diese Aufgaben bewältigen. Bewältigen auf der Basis unseres Grundgesetzes, unserer humanistischen und auch christlichen Grundwerte, unserer freien, demokratischen und offenen Gesellschaft die wir nie zur Disposition stellen dürfen und werden. Toleranz ist dazu die Brücke, aber keine Einbahnstraße.

Unsere Gedanken und Herzen sind bei den Opfern, Ihren Familien und Freunden.

Es grüßt Sie Ihr Bürgermeister Hans-Joachim Ziegler