Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Mi 23.12.2015

Weihnachtsgrußwort des Bürgermeisters der Stadt Ruhla



Liebe Leserinnen und Leser,

"Alle Jahre wieder…", wer kennt nicht den Anfang dieses bekannten Weihnachtsliedes. Es gibt wohl kaum ein Weihnachtsfest, an dem es nicht gesungen wird.
Wikipedia schreibt dazu:

Alle Jahre wieder ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Sein Text wurde 1837 von Wilhelm Hey verfasst. Die verbreitetste Melodie wird in der Regel Friedrich Silcher zugeschrieben, der sie in seinem Liederzyklus Zwölf Kinderlieder aus dem Anhange des Speckter’schen Fabelbuches von 1842 veröffentlichte.

Das Lied schreibt also schon viele Jahre Geschichte. Ich denke, jeden von uns berührt es - jedoch auf eigene Weise.

Die Christen dieser Welt feiern die Geburt Jesu: "alle Jahre wieder…" In Gottesdiensten findet sich die Gemeinde zusammen, um ihren Glauben zu bestärken.

Im Alltag denken jedoch manche: "Weihnachten - ach ja, alle Jahre wieder…" Und es kommt ihnen vor, als wäre das Jahr im Fluge vergangen, als wäre kaum etwas dazwischen geschehen. Immer wieder das Gleiche: Lichter, Hektik, Einkaufen, Kochen, Familie bewirten, Stress bis zum Anschlag - gut, wenn es vorbei ist, oder?

Andere freuen sich: "alle Jahre wieder…" Endlich kommt die Familie zusammen, man sieht sich mal wieder, feiert gemeinsam und ist glücklich.

Die Kinder sehen das Fest noch aus ganz anderen Augen. Endlich wieder Weihnachten! Lichterglanz in der dunklen Nacht, Gemeinschaft, Adventskalender und Weihnachtsmärkte, die Vorfreude auf den Weihnachtsmann und den Gabentisch.

Dann die Senioren, die sich auf die Seniorenweihnachtsfeiern freuen: "alle Jahre wieder… endlich sehen wir uns wieder, ja wir leben noch, auch wenn‘s zwickt und zwackt. Und weißt Du noch, damals?"

Aber da sind auch noch die Armen oder die Menschen, die Schicksalsschläge verkraften müssen, Menschen, die traurig sind, die nicht wissen, wie sie die Kinderaugen zum Leuchten bringen sollen, die hoffen: "bitte nicht so - alle Jahre wieder!"

Die Ärzte und Schwestern, das Pflegepersonal und die Feuerwehr… Alle Jahre wieder sind sie im Dienst, für Notfälle da, helfen. Eine Selbstverständlichkeit, so scheint`s. Doch manchmal ist`s hart, sehr hart.

Jahresende - für die Verwaltungen immer wieder der Jahresabschluss, die Pläne für das neue Jahr im Auge, der Rückblick und die Orientierung aufs Neue. Das knapper werdende Geld optimieren, für die Gemeinschaft Wege in die Zukunft finden.

Alle Jahre wieder - für alle immer das Gleiche. Wirklich? Für ALLE?

Es gibt auch Menschen auf dieser Welt, für die das Weihnachtsfest nicht "immer das Gleiche" ist, die im Krieg und in der Not verzweifeln, die nicht an einen gefüllte Gabentisch denken können, sondern daran, ob und wie sie den nächsten Tag überleben. Und es gibt Menschen, die in unser Land gekommen sind, Menschen, die geflohen sind vor grausamen Kriegen, Menschen aus anderen Kulturen, Menschen, die verzweifelt ein neues, friedliches Zuhause suchen.

Egal, welche Religionen diese Menschen haben. Wir sollten sie die Weihnachtsbotschaft erleben lassen: es gibt ein Licht, und immer wieder gibt es Hoffnung und Frieden. Es gibt Wärme und Toleranz. Wir haben uns vorgenommen, diese mit den Flüchtlingen zu teilen. An dieser Stelle wird jeder zum Kämpfer für den Frieden in der Welt. Denn jeder Mensch sollte sich irgendwo zuhause und willkommen fühlen dürfen, jeder sollte mit seiner Familie leben können und Glück spüren.

"Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind…" Dieses alte Weihnachtslied verspricht Hoffnung und Geborgenheit. Erinnern wir uns an den gesamten Text:

Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder,
wo wir Menschen sind;

Kehrt mit seinem Segen
ein in jedes Haus,
geht auf allen Wegen
mit uns ein und aus;

Ist auch mir zur Seite
still und unerkannt,
daß es treu mich leite
An der lieben Hand.


Vielleicht singen Sie einmal mit Ihrer Familie dieses Lied, vielleicht summen Sie es auch nur vor sich hin. Und vielleicht denken Sie dabei an die Botschaften dieses Liedes: Wiederkehr und Hoffnung, Segen und Vertrauen, Geborgenheit und Frieden.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie diese Botschaft spüren können, egal welchen Glaubens Sie sind, egal ob jung oder alt, jetzt und alle Jahre wieder…

In diesem Sinne wünscht Ihnen allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest

Ihr Bürgermeister Hans-Joachim Ziegler