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Di 13.06.2017

Friedrich Lux Streichquartett: Ein Klangerlebnis für unsere Heimat.


Der Telemannsaal war gut gefüllt und das Publikum bei schönem Wetter bestens gelaunt. Alles passte an diesem Sonntagnachmittag beim Konzert im Telemannsaal von Schloss Wilhelmsthal. Die Lux Festspiele boten diesmal "Besondere Musik an besonderen Orten". Das Friedrich Lux Streichquartett Wien spielte alle drei Streichquartette von Friedrich Lux (1820 Ruhla - 1895 Mainz). Es war ein Klangerlebnis für unsere Heimat.

Das musikalisch international zusammengesetzte Streichquartett entstand aus einer langjährigen kammermusikalischen Zusammenarbeit in verschiedenen Ensembles. Maria Fomina aus Russland, 1. Violine, Noriko Takenaka aus Japan, 2. Violine, Mary Motschman aus den USA, Viola, und Thomas Grandpierre aus Frankreich, Violoncello, präsentierten sich zum ersten Mal als "Friedrich Lux Streichquartett" der Öffentlichkeit. Alle vier jungen, in Wien lebenden Musiker, haben sich der Bewahrung von unverdient in Vergessenheit geratenen Stücken aus Klassik und Romantik verschrieben. Die Idee dazu entstand bei der Begegnung mit den Quartetten von Friedrich Lux und die Namensgebung geschah auch aus der langjährigen Verbundenheit der Musikerin der 1. Violine und in Abstimmung mit dem Vorstand des Lux Festspielvereins. Maria Fomina fasst dabei ihre Empfindungen für die Kammermusikwerke so zusammen: "Lux hat seine drei Streichquartette gedankenvoll strukturiert und mit viel Gefühl komponiert." Die Bezeichnungen der jeweils 2. Sätze des 1. und 2. Streichquartetts weisen auf die große Heimatverbundenheit des Komponisten hin. "Idylle: Auf dem Felde. Am Bache. Unter der Linde" bzw. "Klänge der Heimat. Elegie" weisen deutlich musikalisch auf die Elemente der Natur im Thüringer Wald. Und so ging auch der bei der Begrüßung von Dr. Gerald Slotosch, Vorsitzender des Lux Festspielvereins, geäußerte Wunsch mit der Musik in Erfüllung: "tauchen wir gemeinsam ein, in eine Klangwelt guter Gefühle von der Liebe zur Heimat."

Das Konzert war zugleich Auftakt für die anschließenden Tonaufnahmen der drei Lux Streichquartette. Danach sind noch die üblichen tontechnischen Weiterverarbeitungen notwendig, bis der sogenannte "Master" vorliegt und die CD gepresst werden kann. Außerdem wird auch an Texten und Bildern für das Booklet zu arbeiten sein. Dies braucht noch Zeit. Aber am Ende dieses Jahres wird der Lux Festspielverein dann die CD-Edition "Lux im Thüringer Wald" herausgeben. Dies wird rechtzeitig in der Ruhlaer Zeitung und in der Presse kundgetan. Damit bewahrt der Verein erstmals instrumentale Musik auf Tonträger.

Aber mehr noch, diese CD-Edition könnte ein Beispiel für eine ganze Reihe sein. Denn die Wartburgregion und Südwestthüringen haben noch viel mehr Komponisten zu bieten. Michael Praetorius in Creuzburg, Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach in Schloss Wilhelmsthal und Eisenach, Johann Melchior Molter in Tiefenort, Louis Spohr in Gotha, Friedrich Lux in Ruhla, Johannes Brahms auf Schloss Altenstein, Max Reger in Meiningen - überall gab es oder gibt es Initiativen, Vereine, Veranstaltungen, Konzerte. Diese zusammenzuführen, wäre ein Weg für die Stärkung von Kultur in unserer Region. "Die weitere Entwicklung des Potentials, das in einer ganzen Editionsreihe "Besondere Musik an besonderen Orten" liegt, bleibt eine Aufgabe für eine noch zu schaffende Institution in einer Wartburg Kultur Region. An dieser Vision arbeitet der Lux Festspielverein gerne mit", meinte Dr. Gerald Slotosch abschließend.

www.lux-festspiele.de