Aktuelles - Ruhla im Takt der Zeit

Fr 22.12.2017

Weihnachtsgrußwort des Bürgermeisters der Stadt Ruhla



Liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Ruhla, liebe Gäste,

Johann Sebastian Bach, der weltbekannte Komponist und Musiker unserer Heimat, hat es in seinem berühmten Weihnachtsoratorium gleich am Anfang klar ausgedrückt: "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan…"

Ja, jauchzet, frohlocket, laßt die Freude in Euer Herz! Die Weihnachtsbotschaft der Liebe und der Hoffnung drückt sich schon in diesen wenigen Zeilen aus. Viele Menschen haben in der Vorweihnachtszeit das Weihnachtsoratorium bereits gehört und genossen. In der Geborgenheit der alten ehrwürdigen Kirchen.
Jauchzet, frohlocket. Mit markanten Paukenschlägen beginnt dieses Werk aus den Jahren 1734 / 35, um sich dann jubelnd im Kirchenraum emporzuschwingen und die Herzen der Zuhörer zu erreichen. Andacht breitet sich aus. Und Dankbarkeit. Innere Ruhe.
Noch nach dem Erklingen der letzten Töne schwingt diese Freude mit.

Doch dann direkt danach - das Kontrastprogramm: große Weihnachtsmärkte mit Menschenmassen, laute Musik, flackernde bunte Lichter und Gedränge. Verkehrschaos und mangelnde Parkplätze, Kampf in den Parkhäusern. Konsumrausch vom Feinsten. Von Hektik getrieben, vielleicht um krampfhaft die letzten Geschenke zu kaufen - eilen Menschen durch die Reihen von Ständen. An den Glühweintheken formieren sich Warteschlangen. Warme Getränke in kalter Jahreszeit. Die Wangen glühen vor Eifer und Alkohol. Ach, wie schön...
Und daneben - die Traurigen, Kranken oder Hoffnungslosen, die sich diesen Trubel nicht leisten können. Familien, die ihren Kindern zu Weihnachten nichts bieten können, da das Geld nicht reicht.

Und noch andere - die ewigen Meckerer, die überall noch ein Haar in der Suppe des Lebens finden. Und die Schuld immer bei anderen suchen. Die Erreichtes und Gutes zerreden, um wichtig zu erscheinen, ohne sich selbst zu bewegen... Die sich daran erfreuen, anderen zu schaden und daraus ihre Energie ziehen…
Aber dann gibt es auch Menschen, die sich vom Konsumrausch zurückziehen, sich wenig Materielles schenken und lieber wohltätige Zwecke unterstützen. Mit Freude im Herzen. Und Glück.

Oder auch diejenigen, die nach althergebrachter Art und Weise ihren Christstollen und Plätzchen noch selbst backen. Mit Hingabe. Der wohlige Geruch erfüllt die ganze Wohnung. Die Ahnen sind dabei. Dankbarkeit, Weihnachten als Fest der Familie. In Liebe und Andacht. Eine Tradition bleibt erhalten, wird mit Leben erfüllt und weiter gegeben. Weihnachten als Fest der Familie, der Freude, der Harmonie...

Jauchzet, frohlocket… Mal ganz ehrlich. Haben Sie die besinnliche Weihnachtszeit schon gespürt? Was haben Sie dazu beigetragen, die Weihnachtsbotschaft mit Leben zu erfüllen? Liebe und Hoffnung, Hingabe und Vertrauen…

Es ist nun für uns alle an der Zeit, auf das vergangene Jahr zurückzuschauen.
War es ein gutes Jahr? Ein trauriges? Oder ein hoffnungsvolles? Können wir sagen, daß wir schon einige richtig glückliche Tage in den letzten Monaten erlebt haben? Und dankbar darauf zurückblicken?

Auch die Stadt Ruhla wird zurückblicken, Resümee ziehen und sich neue Aufgaben stellen.

Viele Baumaßnahmen konnten realisiert werden. Beispielsweise die Sanierung der Puschkin Straße in Ruhla und eines Teilbereiches der Hauptstraße in Seebach, der Neubau des Kinder- und Jugendhauses Seebach, die Erweiterung der Sanitäranlagen in der Kita Krümmespatzen… Die neue REWE-Kaufhalle nimmt Gestalt an und kann nächstens Jahr eingeweiht werden.
Das Gewerbe hat sich stabilisiert. Ein Beispiel ist der Neubau auf dem Firmengelände GESIPA.

Aber auch viele Veranstaltungen standen im Mittelpunkt des städtischen Lebens - geprägt auch vom 117. Deutschen Wandertag und dem Lutherjahr. Die Ehrenamtlichen, Kirchgemeinden und Vereine waren wieder so aktiv, daß andere Kommunen nur über die Events in Ruhla staunen. Kultur, Sport und Geschichte haben in unserer Stadt ihren festen Platz. Das macht Ruhla aus.
Aber auch im Tourismus wurden Weichen gestellt. Die Naturpark- und Touristinformation wurde vom Deutschen Tourismusverband zertifiziert und mit dem "Roten I" als Qualitätsmarke ausgezeichnet. Die Neuzertifizierung als "Staatlich anerkannter Erholungsort" wurde beantragt und viele Übernachtungsbetriebe wurden mit Sternen prämiert.

Wir arbeiten gemeinsam daran, ein lebens- und liebenswerter Ort mit starkem Gewerbe und sanftem Tourismus in herrlicher Umgebung zu bleiben und sind auf diesem Weg wieder ein Stück vorwärts gekommen.

Als Bürgermeister unser Stadt Ruhla mit ihren liebenswerten Ortsteilen Thal und Kittelsthal möchte ich nun Danke sagen - allen Stadträten und Ausschussmitgliedern, allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung, allen Gewerbetreibenden, der Feuerwehr und allen Ehrenamtlichen, Vorständen und Vereinsmitgliedern, allen Kirchen und Schulen, den Forstämtern und weiteren Institutionen. Danke allen Einwohnern von Ruhla, die weiter an der Entwicklung unseres Ortes mitarbeiten, die sich konstruktiv und zukunftsorientiert engagieren. Jeder von uns trägt seinen Anteil an der Gestaltung des städtischen Lebens. Jeder ist dabei an seinem Platz wichtig.

Mit dieser Dankbarkeit verbindet sich der Wunsch für alle Einwohnerinnen und Einwohner, ein besinnliches und gesundes Weihnachtsfest erleben zu können. In tiefer Dankbarkeit und voller Hoffnung auf ein gutes kommendes Jahr.

"Jauchzet, frohlocket" - bitte lassen auch Sie diese überschwängliche Freude in Ihr Herz. Verbunden mit der Dankbarkeit, in einem reichen, friedlichen Land zu leben. Sicher gibt es - wie wir alle wissen - auch in Deutschland Krisen und Ungerechtigkeiten, Machtrausch und politische Unklarheiten. Aber schauen Sie sich einmal in der Welt um, schauen Sie auf die vielen armen krisengeschüttelten Länder, die hungernden Kinder und durch Naturkatastrophen geschädigten Landschaften und Orte. Ein Grund mehr, dankbar zu sein und sein eigenes Leben neu zu betrachten.

Das Leben auf unserem alten Planeten Erde besteht immer aus einer Polarität. Nichts kann ohne das andere existieren. Licht und Schatten, Liebe und Verzweiflung, Angst und Hoffnung. Auch Johann Sebastian Bach hat sein Weihnachtsoratorium in allen sechs Kantaten auf diese Gegensätze bezogen. Niedrigkeit und Majestät, Leben und Tod, Licht und Finsternis sind nur einige Begriffspaare, die durch die Musik und die Weihnachtsgeschichte beschrieben werden.

Aber eins steht über allem: "Jauchzet, frohlocket"! Laßt die Freude und die Hoffnung in Euer Herz. Wendet Euch dem Guten zu, dem Licht, der Liebe, dem Neuanfang.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien und Freunde.

Ihr Bürgermeister
Hans-Joachim Ziegler