Betrachtungen zum Winter 2018-2019

Der astronomische Winter beginnt auf der nördlichen Halbkugel mit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember, wenn die Sonne senkrecht über den südlichen Wendekreis steht. 2018 war es der 21. Dezember. Die Nächte werden mit diesem Ereignis ganz langsam kürzer, die Tage entsprechen länger.

Der astronomische Winter endet am 20. oder 21. März mit der Frühlingstagundnachtgleiche. 2019 ist unweigerlich der 20. März der letzte Wintertag, denn exakt beginnt an diesem Tag, um 22:58 Uhr der Frühling. Die Dauer des Winters beträgt auf der Nordhalbkugel 89 Tage. Nebenbei bemerkt ist die Länge des Winters auf der Südhalbkugel 93 Tage.

Natürlich haben wir dank unserer Meteorologen aus statistischen Gründen für den Beginn und das Ende der Jahreszeiten andere Termine, als die Sonne sie uns vorgibt. Der meteorologische Winter beginnt für unsere hauptamtlichen Wetterfrösche am 1. Dezember und endet am 28. oder 29. Februar. Interessanter Hinweis: Bereits 1780 wurde auf Anregung der pfälzischen Gesellschaft für Meteorologie der Begriff „Meteorologischer Winteranfang“ eingeführt.

Bei unserer Winterbetrachtung wollen wir uns terminlich an die Lesart „Meteorologischer Winter“, der behördlichen Wetterfrösche halten.

Die niedrigste Temperatur des gesamten Winters erreichten wir am 21.01.2019 mit -11,1°C. Am 27.02.2019 zeigte uns dagegen das Thermometer einen Pluswehrt von fast unglaublichen 16,6°C. Die bisher von unserer Wetterstation gemessene niedrigste Wintertemperatur lag am 07.02. 2012 bei -19,3°C. Die höchste Temperatur eines Winters in den letzten 10 Jahren registrierte die Stadion am 27.02. in diesem Jahr mit +16,6°C, wie schon weiter oben erwähnt. Die Durchschnittstemperatur für die drei Wintermonate der vergangenen Saison lag laut Wetterstation „Otfried Blumenstein“ bei 1,66°C. Betrachten wir nun die Durchschnittstemperaturen der Wintermonate für den Zeitraum 2007 bis 2017. Hier konnten wir für die 10 Jahre im Durchschnitt einen Pluswert von 0,49°C registrieren. Nun wissen wir es genau, der letzte Winter war 1,17°C wärmer als der langjährige Schnitt.

Der Schnee, war abgesehen von den Schneefällen an 11 Tagen im Monat Januar, mit insgesamt etwa 40 cm in unseren Gefilden zur Mangelware geworden. Im süddeutschen Raum und im hohen Thüringer Wald sah die Sache mit dem Schnee ganz anders aus. Im Dezember schneite es in Ruhla an einem Tag und im Februar gab es keine Schneefälle. Die geschlossene Schneedecke an 7 Tagen im Februar waren Restposten aus dem Vormonat. Der relativ wenige Schnee des Winters traf uns natürlich sehr. Seine wenige Feuchtigkeit fehlt uns hinten und vorne. In keinem der drei Wintermonate fiel so viel Regen, dass das Niederschlagsdefizit des Jahres 2018 hätte auch nur annähernd ausgeglichen werden können. Besonders der Februar mit seinen mageren 25,1 l/m² Niederschlag an 8 Regentagen verschärfte die Situation dramatisch. Insgesamt fielen an gerademal 39 Tagen im gesamten Winter Niederschläge. In diesem Winter fehlten aber die entsprechenden Niederschlagsmengen an den einzelnen Tagen, denn schon bei 1l Niederschlag in 24 Stunden sprechen wir von einem Regentag.

Die von unserer Wetterstation aufgenommenen Sonnenstunden sprechen für sich. Nach mageren 14,6 Stunden im Dezember und nicht gerade Freudenstürme hervorrufenden 36 Stunden Sonnenschrein im Januar, kam die Überraschung im Monat Februar. Die Sonne strahlte 104,6 Stunden von einem fast wolkenlosen Himmel. Die drei Wintermonate brachten uns so, zusammen 155,2 Stunden Sonnenschein. Der Zehnjahresschnitt für die Sonnenscheindauer eines Winters liegt bei etwa 118 Stunden.

Wenn wir nun auf den Winter, die dunkle Jahreszeit zurückblicken, müssen wir doch sagen, er hat auch seine besonderen Reize. Wer ihn aber gar nicht mag, der kann sich doch beim Lesen der Winterbetrachtungen schon auf den nahenden Lenz freuen.

Des Winters Bauernregeln:

  • Wenn es nicht wintert, sommert es auch nicht
  • Bleibt der Winter fern, nachwintert`s gern


Winterliche Wetterphänomene:

  • 1929 war der Februar um -10°C kälter als das bisherige Jahresmittel
  • Die höchste Februartemperatur wurde am 26.02.1990 mit +22,5°C in Münster gemessen
  • Die niedrigste Nachttemperatur wurde am 22.01.1942 mit -30,5°C in Freising gemessen
  • Als der kälteste Januar der letzten 1000 Jahre wird der, des Jahres 1709 eingeschätzt

 

Gert Götze März 2019