Witterungsrückblick für den Monat Februar 2019

Witterungsrückblick für den Monat Februar 2019 – er wird auch als Hornung, Sporkel, Narrenmond und einiges mehr bezeichnet

Der kürzeste Monat des Jahres war entschieden zu warm, fast frühlingshaft geprägt und immer noch zu trocken

Wieder sind wir bei den alten Römern, ob wir es wollen oder nicht.

Die römische Göttin Juno Februarta, Schutzherrin der Liebesleidenschaften gab dem letzten Wintermonat seinen Name. Ihr zu Ehre hielt man im großen römischen Reich orgastische Feste mit „besonderen“ Rieten ab. Im römischen Kalender war der Februarius ursprünglich der letzte Monat im Jahr. Aus diesem Grund erhielt der Februar damals auch schon alle überzähligen Schalttage angehängt. Wir sehen, dieser Brauch hat sich auch über die julianische und gregorianische Kalenderreform erhalten. In normalen Jahren hat unser Hornung 28 Tage, in Schaltjahren sind es 29 Tage. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass banktechnisch der Februar wie jeder andere Monat, mit 30 Tagen (Zinstage) gerechnet wird.

Die rein deutsche Bezeichnung Hornung ist darauf zurück zu führen, im Februar wirft der reife, starke Hirsch sein Geweih ab und beginnt mit dem schieben der neuen Geweihstangen.

Die Bezeichnung Sporkel, leidet sich vom lateinischen Begriff Spurcalia ab, mit dem die Kirche im Mittelalter die vom gemeinen Volk gefeierten sittenlosen Feste der Karnevalszeit bezeichneten (Parallelen zu den Römern beachten). Die Betitelung Narrenmond ist gleichfalls auf die Faschingszeit zurück zu führen.

Die Menschen warten jetzt, am Ende der Winterszeit, ungeduldig auf den Lenz. Heute freuen wir uns auf das Ende der Glatteiszeit. Unsere Vorfahren, die keine Kaufhallen kannten, mussten mit knapper werdenden Vorräten und besonders auf das merklich weniger gewordene Futter für ihr Vieh achten. Daher auch der Brauch dass im Februar Fastnacht gefeiert und mit viel Radau der böse Winter vertrieben wird.

Unser Februar kann der kälteste Monat des Jahres sein, aber auch wie in diesem Jahr, fast frühsommerliche Temperaturen bringen. Der Bauern Erfahrungen sagen, ein Vorfrühling im Februar, lässt auf einen langen Nachwinter schließen. Beobachten wir die nächsten Wochen genau.

Einer der wichtigsten Lostage im bäuerlichen Jahreslauf ist der 2. Februar, Mariä Lichtmess oder Mariä Reinigung. 40 Tage nach Jesu Geburt durfte Maria wieder den Tempel betreten. Bis zum Jahr 1912 war dieser Tag in Bayern noch offizieller Feiertag. An diesem Tag endete bekanntlich die Weihnachtszeit. In Kirchen und Privathäusern wurden die Krippen und Weihnachtsbäume entfernt. Das Fest des Lichts nutzte man dazu die Kerzen zu segnen und es gab an vielen Orten Kerzenmärkte und Lichtumzüge. Am 2. Februar ist, und das merken wir alle, der Tag schon eine ganze Stunde länger. Viele Bauernregeln geben Ausblick auf des Wetter des gesamten jungen Jahres. Gleichzeitig wurde mit Vorbereitungsarbeiten auf die neue Feldsaison begonnen. An Lichtmess erhielten die Knechte, Mägde und sonstige Dienstboten ihren Jahreslohn. An diesem Tag konnten sie sich bei ihrem alten Dienstherren neu verpflichten, oder sich einen neuen suchen.

Der letzte Wintermonat begann mit vielen Wolken. Die Nachttemperaturen bewegten sich bis zum 8. Februar stets im Minusbereich. Am 01. Februar erreichten wir mit -6,8°C die niedrigste Temperatur des Monats. Zu Schneefällen kam es nicht, dies gilt auch bis zum Monatsende. Die geschlossene Schneedecke, resultierend aus Schneefällen des Monats Januar, blieb uns bis zum 7. Februar erhalten. Danach hatten wir an 2Tagen eine durchbrochene Schneedecke. Anschließend mussten wir uns weitere 11 Tage, besonders an den Nordhängen mit sehr hartnäckigen, verharschten Schneeresten abfinden. Im gesamten Monat fielen verteilt auf 8 Regentage, gerade mal 25,1 l/m² Regen, was in etwa der Hälfte des langjährigen Monatsdurchschnitts entspricht. Ein kräftiges Tief über der Nordsee brachte uns ab dem 7. Februar die entsprechende Regenperiode, dabei wurde es auch deutlich milder. Die Tagestemperaturen bewegten in diesen Zeitraum zwischen 3 und 6°C. Nicht übersehen wollen wir, dass es hierbei zeitweise, um den 9. Februar zu Eisregen und Blitzeis kam.

Ab den 13. Februar zeigte sich anfangs schüchtern, und dann immer stärker der Vorfrühling. Die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge trugen fröhlich ihre Blüten, zwischen den Altschneeresten zur Schau. In der Gartenstraße wurden in den sonnigen Lagen die ersten Ameisen aktiv. Sie öffnen ihre Haufen und lassen den Wintermief aus ihren Bau. Ein Hoch sorgt in Mitteleuropa, also auch in der Ruhl nach etwas Frühnebel verbreitet sonnigen bis wolkenlosen Himmel. Die Sonnenscheindauer betrug über mehrere Tage bereits 8 Stunden. Damit in Verbindung pegelten sich die Tagestemperaturen zwischen 7 und 9°C ein. Die Nachttemperaturen fielen an diesen Tagen nicht unter den Gefrierpunkt. Ab den 23. Februar sorgte ein Hoch über Polen für trockenes und ruhiges Wetter, bei mäßigen Wind aus Ost. Ab dem 25. des Monats bescherte uns ein Nordseehoch viel Sonne und für Ruhla außergewöhnliche Februartemperaturen von maximal 16,6°C. Die Nachttemperaturen bewegten sich dabei an 3 Tagen unter dem Gefrierpunkt. Der Wind wehte schwach bis mäßig aus westlicher Richtung. Der Himmel zeigte sich über diese für einen Februar recht lange Schönwetterperiode wolkenlos, sonnig, oder heiter.

Über den gesamten Monat betrachtet, war der Himmel an 4 Tagen wolkenlos, an 7 Tagen erwies er sich sonnig und an einem Tag heiter. Diese Bedeckungsgrade brachten uns für einen Februar, sage und schreibe, die hohe Sonnenscheindauer von 104,6 Stunden.

Wetterregel des Monats:
„So villToa d`r Ziemer (Drossel) vörr
Lichtmeass pfüfft, so vill Woachen
muss hea naoch Lichtmeass widder
stell säi“
Lotar Köllner „Mi Ruhl,mi Heimat“ Band 3 S 27

 

Gert Götze März 2019