Volkstrauertag: Ein Tag des Innehaltens und der Mahnung

Am Sonntag zum Volkstrauertag wehen die Flaggen wieder auf halbmast. Was oft wie ein Relikt aus Geschichtsbüchern wirkt, hat durch die weltweiten Krisen und Konflikte eine bedrückende Aktualität erlangt. Der Gedenktag erinnert uns daran, wie zerbrechlich unser Frieden vor Ort und in Europa ist.

Der Volkstrauertag gehört zu den stillen Tagen in Deutschland. Doch diese Stille ist kein bloßes Ritual – sie ist eine Aufforderung zum Nachdenken. Ursprünglich nach dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen, um der Millionen gefallenen Soldaten zu gedenken, hat sich die Bedeutung längst gewandelt.

Heute ist der Tag frei von jeglicher Heldenverehrung. Im Mittelpunkt steht das kollektive Erinnern an alle Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror – über alle Nationalitäten hinweg. Gefallene Soldaten werden ebenso gewürdigt wie die zivilen Opfer von Flucht, Vertreibung und politischer Verfolgung.

Gerade in der heutigen Zeit zeigt sich: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Das Erinnern an die Schrecken der Vergangenheit nimmt uns alle in die Pflicht, im Alltag aktiv für Demokratie, Toleranz und das friedliche Miteinander einzustehen. Auch in unserer Stadt wird dieses Zeichen der Verbundenheit und Mahnung am Volkstrauertag wieder sichtbar gesetzt.

Die offizielle Gedenkstunde zum Volkstrauertag findet am Sonntag, den 15. November 2026, um 11.00 Uhr am „Ruhlaer Kriegerdenkmal“ im Bermbachtal statt. Nach einer Ansprache und gemeinsamen Gebeten folgt die traditionelle Kranzniederlegung. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

 

gez. Stefan Hartung

Bürgermeister der Stadt Ruhla