GeoRoute 9 "Wanderung über die tropische Ruhlaer Insel"

Blick über das Altensteiner Riff

Eine Wanderung über eine tropische Insel und das mitten im Thüringer Wald?

Zugegeben, Sandstrände und Palmen finden Sie heute nicht mehr in Ruhla. Die "Ruhlaer Insel" gab es vor ca. 257 Millionen Jahren im damaligen Zechsteinmeer. Auf einer Wanderung entlang der GeoRoute erfährt man auf 42 Erläuterungstafeln Wissenswertes zu den Themen Geologie, Bergbau, Wissenschaftsgeschichte und Biologie.

 

Verlauf der GeoRoute 9

Die GeoRoute 9 "Wanderung über die tropische Ruhlaer Insel" führt vom Wolfsberg mit der Kittelsthaler Tropfsteinhöhle (Ruhla OT Kittelsthal) über den Thüringer Wald zur Altensteiner Höhle (Bad Liebenstein OT Schweina). Beide Höhlen bildeten sich in Riffkalken aus der Zechstein-Zeit (Ober Perm). Damals vor ca. 258-251 Millionen Jahren bedeckte ein flaches tropisches Meer den mitteleuropäischen Raum. Im Gebiet zwischen Ruhla und Brotterode befand sich eine Insel, die von den Geologen als die "Ruhlaer Insel" bezeichnet wird. Von der Insel ist morphologisch nur noch wenig vorhanden. Der später herausgehobene Thüringer Wald prägt heute die Landschaftsoberfläche. Die einstigen Riffe bilden heute Berge am Nord- und am Südrand des Thüringer Waldes. Zwischen Ruhla, Thal, Seebach und Wutha-Farnroda sind es der Hohle Stein auf dem Schoßberg, der Scharfenberg, der Große und Kleine Wartberg, der Große und der Kleine Ebertsberg, der Spitzige Stein, der Krumtsberg und der Wolfsberg. Am Südrand liegen bei Bad Liebenstein, Steinbach und Schweina der Schloßberg/Liebensteiner Riff, das Hattenbachsfeld und das Altensteiner Riff.

Übersichtskarte GeoRoute 9

GeoRouten in der Umgebung

Das Geopark-Highlight für Kinder: Der Saurier-Erlebnispfad Georgenthal - Tambach-Dietharz

GeoRoute 6 - von Georgenthal zum Bromacker Dauer: ca. 3 Stunden Start: Touristinfo Georgenthal oder Lutherkirche in Tambach-Dietharz

Im Reich der Saurier

Reisen Sie 100 Millionen Jahre durch die Erdgeschichte und gehen Sie auf Spurensuche zu einer Vielzahl einzigartiger Kreaturen, die fast alle in Thüringen lebten. Es erwarten Sie einige der einzigartigsten und bedeutendsten Saurierfunde weltweit, wie zum Beispiel der "Segelrücken-Saurier", wovon viele in der Saurier-Fundstelle am "Bromacker" zwischen Tambach-Dietharz und Georgenthal gefunden wurden. Bei Forschungsausgrabungen am Bromacker sind seit 1974 fast 50 Skelette und Teilskelette von mindestens 13 verschiedenen Ursaurier-Arten geborgen wurden.

Die GeoRoute 6 verläuft sowohl von Georgenthal als auch von Tambach-Dietharz aus bis zur Fundstelle am Bromacker nahe dem Lohmühlenmuseum. Der 4,5 km lange Abschnitt von Georgenthal aus nimmt Besucher mit auf eine Zeitreise durch 100 Millionen Jahre Erdgeschichte. Von den Dinosauriern der frühen Jura- und der späten Trias-Zeit, zu den Flossenechsen des Muschelkalkmeeres, den Handtieren der Buntsandstein-Zeit führt der Pfad bis an die Ursaurier-Fundstätte des Unteren Perm am Bromacker.

Der 2017 neu entstandene Abschnitt der GeoRoute zwischen Bromacker und Tambach-Diethartz (3km) zeigt an 6 Stationen die spannende Arbeit der Paläontologen, von der Bergung und der Präparation der Fossilien bis zur Rekonstruktion der ausgestorbenen Tiere.

Thüringer Rohstoffpfad

GeoRoute 11 - vom Kittelsthaler Gipsbruch bis Georgenthal Dauer: 2 Tagestouren Start: Gipsbruch Kittelsthal

Entlang dieser GeoRoute werden die über 1.000 jährige Bergbautradition sowie Rohstoffe vorgestellt, die in Thüringen und speziell im Thüringer Wald eine wichtige Rolle spielten (u. a. Eisenerze). Einige, wie z. B. Sandstein, werden auch noch heute abgebaut. Auf den zahlreichen Übersichts- und Erläuterungstafeln am Wegesrand wird über die Entstehung, über Vorkommen, Abbau und Verwendung des jeweiligen Rohstoffs (z. B. Gips, Kohle, Salz oder Kobalt) informiert.

Übrigens: Hinsichtlich der Vielfalt der einst abgebauten Rohstoffe unterschieden sich Thüringer Wald und Erzgebirge kaum. Jedoch waren die sächsischen Fundstellen weitaus ergiebiger als die Thüringer.

(Text aus Geopark-Broschüre: Dr. B. Aschenbrenner)