Bauten der Moderne: Arbeiterwohnanlage Altensteiner Str. 16 - 28

Standort: 50°53'00.0"N 10°22'32.0"E

Warum wurde die Altensteiner Straße auch Glotzgass genannt?

Als fertiges Werk, aus strahlend weißem Putz, vor dem Hochwald des Dornsenberges bot sich die Arbeiterwohnanlage den Bewohnern der Stadt Ruhla. Von Experten wurde der Bau gelobt als "Beispiel Weißer Moderne". In städtischer Regie wurde Ende der 20er Jahre insgesamt 55 gemeindeeigene Wohneinheiten mit dem Bauhausbau geschaffen, die aus wohnqualitativer und hygienischer Sicht vorbildlich waren. Mit je 50m² Wohnfläche sind die funktional zugeschnittenen Wohnungen mit Wasserklosetts, Langfenstern und Eckbalkons ausgestattet. Diese einzigartige Siedlung in der Altensteiner Straße wurde auch zurecht "Glotzgass" genannt, nicht nur weil das Objekt im engen Erbstromtal zwischen 600 m bis 700 m hohen Bergen reingebaut wurde, sondern auch, weil die Bewohner der Anlage stets von Ihren Balkonen auf die "Gasse glotzten".

Historischer Abriss Arbeiterwohnanlage in der Altensteiner Str. 16 - 28

Ruhla

1926-1928
wurde die Arbeiterwohnanlage im Bauhaus-Stil errichtet. Die 55 Sozialwohnungen verfügten über zwei Zimmer, Küche und Toilette. Am unteren Ende befand sich bis in die 1950-er Jahre ein Konsum und ein großer Spielplatz und am oberen Ende bis 1949 das Stadtcafé. Architekt war Herr Thilo Schoder (1888-1979). Gebaut wurde allerdings nach den Plänen des Architekten Erik Dorst, die stark den Plänen Schoders ähnelten. Der Bau dieser imposanten Wohnanlage war ein Teil des ehrgeizigen Wohnungsbauprogramms des damaligen Bürgermeisters Erich Kohlrausch.

1933
erhielt die Wohnanlage ein Satteldach (Spitzdach), weil es in den schneereichen Wintern in Ruhla zu Dichtungsproblemen kam und das NS-Regime mit dem Bauhaus auf Kriegsfuß stand. So konnten pro Eingang im Dachgeschoß ein Gemeinschaftsbad eingerichtet werden.

zu DDR-Zeiten
wurden nur dringend erforderliche Reparaturen am Gebäude vorgenommen. Wegen zahlreichen Baumängeln (undichte Dachterrasse, Festverglasung der Toiletten) und geringem wirtschaftlichem Erfolg (Konkurrenz mit der Konsum-Gesellschaft, zu kleiner Backofen mit zu hohem Verbrauch) wurde das Café 1949 endgültig geschlossen.

1998-2002
erfolgten ein grundhafte Renovierung sowie der Rückbau des Satteldaches, da die heutigen Dachabdichtmaterialien die absolute Dichtheit gewährleisten. Jede Wohnung erhielt nun eigene Sanitärräumlichkeiten.

 

Quelle: Wikipedia, Herr Stein

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