VEB Elektronische Bauelemente Ruhla - EBR Ersatzneubau

Standort: 50°53'04.6"N 10°22'60.0"E

Wie viele Fabrikschornsteine gibt es heute noch in Ruhla?

Neben ehemals 45 Fabrikschornsteinen, wurde 1989 der letzte Schornstein fertig gebaut. Dieser befindet sich noch heute auf dem Liesenberg, ging aber nie in Betrieb. Alle anderen Schornsteine wurde im Laufe der Jahre abgerissen.

Historischer Abriss

Ruhla

1972
erfolgte die Übernahme des Betriebes "Langlotz & Co. KG" mit staatlicher Beteiligung (BSB) in Volkseigentum, es entstand der „VEB Elektronische Bauelemente Ruhla“ (EBR). Das Produktionsprofil änderte sich in Richtung Kontaktbauelemente.

1974
erfolgt die Einordnung des Betriebes in das Kombinat „Elektronische Bauelemente Teltow“. Produziert wurden über 250 Erzeugnisse, wie Installationsmaterial, Relais, Teile für Fernsprechapparate, Hörer, Tasten, Schalter uvm.

1980
wurden 40 Mio. MDN erwirtschaftet. Die Beschäftigtenzahl betrug über 80 Produktionsarbeiter. Geschäftsbeziehungen bestanden zu 50 Abnehmern und 35 Zulieferern, ca. 400 LPG-Leute arbeiteten saisonbedingt in eigenen Fertigungsstätten in der Rhön. EBR unterhielt keinen Kindergarten, kein Ferienlager und kein Ferienheim, dafür gab es relativ hohe Jahresendprämien.

1984
kam der Betrieb zum Kombinat Zeitmesstechnik. Es musste die Leiterplattenproduktion in das Fertigungssortiment aufgenommen werden, mit der LPG war das nicht mehr möglich.

1985
arbeiteten noch gut 300 Personen im Stammwerk.

1988
Werksneubau auf dem Liesenberg.

1989
wurde der Betrieb der Treuhand in Berlin unterstellt, es gab noch ca. 200 Beschäftigte.

1990
wurde ein Sanierungskonzept vorgelegt, welches die Privatisierung der Fertigungsstätte Liesenberg vorsah, die Betriebsteile Köhlergasse und Ecke sollten aufgegeben werden.

1991
Die Beschäftigtenzahl ging auf 70 zurück, Bemühungen um die Weiterführung des Betriebes blieben ohne Erfolg.

1992
kauften Ittermann und Behr von der Treuhand die Fa. „VEB Elektronische Bauelemente GmbH“ mit den Betriebsteilen Köhlergasse 16-18, Ecke 2 und Otto-Böttinger-Str. 2 (Liesenberg) für 560.000 DM ab. Zu diesem Zeitpunkt war die Liquidation von der Treuhand schon geplant, da die Firma keine Geschäftsgrundlage mehr hatte.

1995
erfolgte die Liquidierung. Die Betriebsteile in der Ecke und auf dem Liesenberg wurden von der Stadt Ruhla gekauft Die Gebäude Köhlergasse 16-18 behielt Ittermann. Er gründete die Firma „Ittermann electronic GmbH“ und startete mit Münzzahlungsgeräten für den Solarienbetrieb.

2002
Ittermann begann mit der Entwicklung von High-Power-Lampen für den Wellness-, Therapie- und Solarbereich.

2008
In der Firma waren mehr als 40 Mitarbeiter beschäftigt, im selben Jahr wurden auch LED-Unterwasserscheinwerfer für die Olympiade in Peking gebaut, Haupterzeugnisse der Firma Ittermann sind derzeit die Ittermann-SpotLight-LED-Scheinwerfer.

 

Quellen: Lothar Köllner: „Mi Ruhl, mi Heimet“, 3. Band