Geoinfopunkte in Ruhla und Umgebung

Unter Geologen ist das Gebiet rund um Ruhla auch als "klassische geologische Meile" bekannt. Schlägt man um Ruhla einen Kreis von ca. 10 Kilometern Radius, dann kann man in dem umschlossenen Gebiet viele hundert Millionen Jahre Erdgeschichte an den Gesteinen studieren. Schon Goethe bereiste aus geologischem Interesse 1784 die Gegend um Ruhla.

Nachfolgend möchten wir Ihnen geologisch Interessante Punkte im Ruhla und Umgebung vorstellen:

Kittelsthaler Tropfsteinhöhle

Herr Peter Jäger Bergstraße 99842 Ruhla OT Kittelsthal
Saison 2019: 02.04. - 31.10.2019
Di. - Fr. 09.00 - 17.00 Uhr
Sa., So. u. Feiertag 10.00 - 18.00 Uhr
letzter Einlass: 30 min. vor Schließzeit

Nähert man sich auf der B 88 von Eisenach kommend dem Ort Thal, so sind zahlreiche Hinweise zur Tropfsteinhöhle nicht zu übersehen. Die Schauhöhle wurde 1888 durch Bergbau entdeckt und 1896 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1968 wurde sie wegen notwendiger Bergsicherungsmaßnahmen geschlossen und 1992 nach erfolgter Rekonstruktion wieder für Besucher geöffnet. In der Höhle sind Stalagmiten und  Stalaktiten zu bewundern, so z. B. die sogenannte "Pyramide" (Höhe 3,5m) in der "Großen Grotte". Weitere Sehenswürdigkeiten sind im Bereich der Höhle massige,  grobkristalline Sinterflächen und zahlreiche kleine, in Wandnischen versteckte Excentriques (Sinterbildungen).

Nach Besichtigung der Höhle haben Sie die Möglichkeit im angrenzenden Gasthaus "Zur Tropfsteinhöhle" gute Thüringer Küche zu genießen und einen interessanten Besuchstag entspannt abzuschließen.

Daten:
- bis 48 Meter tief
- einzige ausgebaute Tropfsteinhöhle Thüringens
- mehrere tausend Jahre alte Tropfsteingebilde
- Überwindung von 228 Stufen bei einer 30 min Führung
- Lufttemperatur in der Höhle: etwa 11°C
- festes Schuhwerk, Jacke notwendig
- Mindestalter für Besucher: 3 Jahre
- Führungen für Besuchergruppen ab 2 Personen bis 20 Personen

 

Tropfsteinhöhle Kittelsthal
© A. Nestler

Altensteiner Höhle

Altensteiner Straße 5 36448 Bad Liebenstein OT Schweina
Führungen
Do 10.00 Uhr und 14.00 Uhr
So 10.00 Uhr und 14.00 Uhr

Die Altensteiner Höhle in Schweina bietet einen einzigartigen Blick in das fossile Altensteiner Riff. Die Höhle wurde im Jahre 1799 entdeckt und bereits kurze Zeit später als Schauhöhle ausgebaut. Damit ist sie die älteste Schauhöhle Thüringens. Darüber hinaus ist sie auch ein Fundort für eiszeitliche Fossilien. Kurz nach Entdeckung der Höhle fand man hier Knochen des Höhlenbären Ursus spelaeus.

Blick auf den Gipsbruch in Kittelsthal
© Peter Jäger

Gipsbruch Kittelsthal

99842 Ruhla OT Kittelsthal

Ein einzigartiges Naturdenkmal stellt der Gipsbruch Kittelsthal dar. Hier wurde schon im 16. Jahrhundert Kalkstein (Gips, Ahnydrit) abgebaut. Auf  einem seiner Landinspektionen wurde der Geheimrat Johann Wolfgang Goethe bereits 1784 auf den Gipsbruch aufmerksam und fertigte eine Gestienslageskizze an. Auf seine Veranlassung wurde bei anstehenden Arbeiten am Weimarer Stadtschloss Kalkstein aus Kittelsthal, auch Kittelsthaler Marmor genannt, verwandt. Die Gipsbruch Kittelsthal war bis 1960 in Betrieb. Heute sind noch Reste eines Kalkofens zu sehen. Der Bruch ist ein geologisches Naturdenkmal.

Reste des alten Brennofens
© Peter Jäger

Meisenstein

Der Meisenstein ist eine ca. 40 bis 50 m hohe Felskante aus Porphyr, mit Eichen bewachsen und bietet einen herrlichen Blick über den Thüringer Wald bis hin zum Inselsberg. Der Porphyhärtling wird auch gern von Bergsteigern genutzt. Auf der Rückseite befindet sich ein bequemer Fußweg, um die gemütliche Sitzgruppe auf dem Gipfel zu erreichen. Bei Regen kann auch die in der Nähe befindliche Schutzhütte genutzt werden.

Grebestein

1862 wurde Grebe zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Ab 1865 war er Geheimer Oberforstrat und 1880 wurde er zum Oberlandforstmeister im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach befördert. Wenige Tage vor seinem Ableben beging er 1890 das 40-jährige Dienstjubiläum und wurde in den Adelsstand erhoben. In der Nähe von Ruhla wurde eine Gedenktafel an einem Aussichtspunkt angebracht, der Felsen wird seitdem „Grebestein“ genannt.